CIO-Interview: «Ich versuche, die IT möglichst einfach zu halten»

CIO-Interview: «Ich versuche, die IT möglichst einfach zu halten»

7. September 2013 - Es gibt wohl kaum jemanden, der Fleurop nicht kennt. Doch nur die wenigsten wissen, wie viel IT es braucht, damit Blumensträusse pünktlich beim Empfänger ankommen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/09
Roland Kyburz (47) ist seit 1997 für die IT des bekannten Blumenvermittlers Fleurop-Interflora Schweiz zuständig. (Quelle: Fleurop-Interflora Schweiz)
Swiss IT Magazine: Herr Kyburz, würde Fleurop heute ohne IT noch funktionieren?
Roland Kyburz:
Nein, denn wir haben mittlerweile sehr kurze Lieferfristen. Wenn ein Kunde bei uns bis 15 Uhr bestellt, garantieren wir, dass wir noch am selben Tag in die ganze Schweiz ausliefern. Dazu muss die IT ganz einfach funktionieren, längere Ausfälle können wir uns nicht leisten.

Wo überall gibt es bei Ihnen IT? Oder anders gefragt: Wenn ich in einen Blumenladen gehe und dort einen Blumenstrauss bestelle, was läuft dann IT-mässig alles ab, bis die Blumen beim gewünschten Empfänger sind?
Jedes Blumengeschäft funktioniert anders, aber grundsätzlich läuft das ganze folgendermassen ab: In jedem Geschäft gibt es einen PC. Darauf läuft eine Web-Applikation von uns, in der sich der Kunde die verschiedenen Blumen, Sträusse und Gestecke anschauen kann. Dann wird der Auftrag mit allen Details im Fleuropnet, also der Web-Applikation, erfasst. Dazu gehören der Text für eine Begleitkarte ebenso wie allfällige Zusatzartikel. Sobald der Auftrag gespeichert ist, wird er automatisch geprüft, auf Fehler oder ob er für das Aus- oder Inland bestimmt ist. Wenn die Blumen in die Schweiz gehen, dann wird der Auftrag direkt an den liefernden Floristen übermittelt und automatisch ausgedruckt. Der kann so sofort mit dem Binden beginnen oder sich den Auftrag am PC natürlich auch noch genauer anschauen. Sobald der Strauss fertig und die Begleitkarte ausgedruckt ist, kann ausgeliefert werden – bei einem Express-Auftrag innerhalb von 90 Minuten. Anschliessend wird die Lieferung bestätigt. Das kann man wieder am PC machen. Neu haben wir aber auch eine App, mit welcher der Chauffeur gleich unterwegs mit dem Smartphone alle Daten eingeben kann.
Mit wie vielen Blumengeschäften arbeiten Sie aktuell zusammen?
Der Verbund Fleurop-Interflora ist in über 150 Ländern aktiv und arbeitet mit insgesamt 50’000 Blumengeschäften zusammen. Fleurop-Interflora Schweiz ist eine rechtlich und wirtschaftlich unabhängige Landesabteilung. Wir zählen momentan rund 400 Blumengeschäfte, mit denen wir zusammenarbeiten und die IT-mässig direkt mit uns verbunden sind.

Sie sprechen von einer unabhängigen Landesabteilung. Gibt es trotzdem gemeinsame IT-Plattformen oder Synergien, die man nutzen kann?
Es gibt eine Zentrale für die Geld- und Auftragsabwicklung über den ganzen Verbund hinweg, Fleurop-Interflora Global Flower Services (GFS). Sie ist in der Schweiz, genauer in Glattbrugg, zu Hause. Dort wird unter anderem geschaut, dass die IT der verschiedenen Länder einigermassen miteinander kommunizieren kann. Das ist sehr wichtig, denn heute ist praktisch alles automatisiert. Ausserdem kommen die IT-Leiter der verschiedenen Fleurop-Niederlassungen regelmässig bei GFS zusammen, um sich auszutauschen.
 
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