Leitfaden für eine Cloud Computing Architektur

Leitfaden für eine Cloud Computing Architektur

8. Juni 2013 - Von Marco Schmid

Die Schweiz wird wegen ihrer Standortvorteile als idealer Ort für Clouds gepriesen. In der vom Sourcing dominierten Diskussion geht die Technik aber weitgehend vergessen. Will man zur Cloud-Hochburg avancieren ist aber gerade dieser Aspekt ausschlaggebend für den Erfolg.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/06
Wer sich als Fürsprecher von Cloud Computing sieht, begegnet immer wieder Personen, die wissen wollen, dass nichts Neues an der Cloud ist und dass man das schon zu Mainframe Zeiten so gemacht hätte. Zugute halten muss man dieser Interpretation, dass man sich wirklich schwer vorstellen kann, warum man IT nicht schon immer so betrieben hat. Es wirkt geradezu naheliegend, nur die Ressourcen zu beziehen und zu zahlen, die man auch wirklich benötigt. Da sich nun auch die anfängliche Zurückhaltung zu legen beginnt, zieht auch bei den Schweizer Anbietern gewissermassen Goldgräberstimmung auf. Jeder will dabei sein und seine eigenen Cloud-Services anbieten.

Bereits wird der Standort Schweiz als Eldorado für Clouds angepriesen. Durch Faktoren wie politische Stabilität, sichere Energieversorgung und einem im internationalen Vergleich weit ausgeprägtem Datenschutz spricht man vom idealen Standort für Anbieter. Basierend auf diesen Eigenschaften höhere Preise rechtfertigen zu wollen, dürfte aber eher kurzfristig gedacht sein. Cloud-Anbieter bewegen sich in einem internationalen Umfeld und müssen daher auch konkurrenzfähige Preise und Services bieten. Der Service darf nicht daraus bestehen, sich hinter dem Schweizer Datenschutz zu verstecken oder wir werden wohl sehr bald schon neben der Weiss-Geld-Strategie über eine Weiss-Daten-Strategie sprechen müssen. Zudem sind Vorlagen wie das neue Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) Indikatoren für einen bereits anstehenden Wandel, welcher dem US Patriot Act kaum nachsteht.
Die sieben Schichten einer Cloud Computing Architektur. (Quelle: Swiss ICT Magazin)
(Quelle: Swiss ICT Magazin)


Die Cloud verstehen als Schlüssel zum Erfolg

Wer konkurrenzfähige Angebote lancieren will, muss sich diesen Umständen bewusst sein. In der stark vom IT-Sourcing dominierten Diskussion rund um Cloud Computing wird ein Faktor aber meist vernachlässigt – die Technik. Die Technik hinter Cloud Computing spielt heute leider in der Diskussion eine vernichtend kleine Rolle. Man spricht kaum darüber. Sie gilt als gegeben oder muss einfach noch bereitgestellt werden. Als Cloud Computing Anbieter befindet man sich in einem Wirtschaftsumfeld, in welchem es um sehr kleine Margen geht. Eine über die ganze Architektur auf Effizienz getrimmte Cloud aufzubauen, ist daher massgebend für langfristigen Erfolg.

Aber auch für die Unternehmen, welche als Konsumenten von Cloud Computing profitieren wollen, macht ein Blick hinter die Kulissen durchaus Sinn. Mit dem Verständnis der Architekturmuster einer Cloud wächst auch das Vertrauen und die Integration der Servcies fällt leichter. Es geht nicht darum, in der Tiefe die konkreten Implementationen zu kennen. Dies würde auch dem Gedanken der Wolke wiedersprechen. Wenn aber bekannt ist, wie eine Cloud funktioniert und wie sich diese von traditionellen virtuellen Infrastrukturen unterscheidet, kann dies bereits bei der Evaluation eines geeigneten Anbieters von Nutzen sein.
 
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