Telefonie übers Internet: Im Aufwind bei Geschäftskunden

Telefonie übers Internet: Im Aufwind bei Geschäftskunden

1. Februar 2013 - Von Thomas Bachofner

Voice over IP ist noch längst nicht Standard – vor allem nicht im KMU-Land Schweiz. Dies, obwohl die IP-Telefonie gerade für kleine und mittlere Unternehmen interessant ist. Warum sich dies bald ändern könnte und welche Faktoren bei KMU dabei eine Rolle spielen, zeigen einige einleitende Gedanken rund um VoIP.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/01
(Quelle: iStock Photo)
In der Schweiz gibt es auf 100 Einwohner rund 40 Breitband-Anschlüsse – gesamthaft also über drei Millionen. Im Vergleich unter den OECD-Ländern belegt die Schweiz damit den ersten Platz. Eigentlich bietet diese äusserst hohe Breitband-Dichte perfekte Voraussetzungen für das Telefonieren über das Internet, das sogenannte Voice over IP (VoIP). Denn die erste und gleichzeitig einzige Grund-Voraussetzung für die IP-Telefonie ist nach wie vor ein Breitbandanschluss. Ganz so selbstverständlich wie man aufgrund dieser Zahlen annehmen könnte, ist die IP-Telefonie aber noch nicht. Zwar zählt der Bund eine jährlich steigende Anzahl Anschlüsse. Doch insbesondere im Geschäftskundensegment bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) braucht es noch Zeit, bis VoIP zum Standard wird. Obwohl bereits einige Firmen den Wechsel in die digitale Welt vollzogen haben, setzt die grosse Mehrheit nach wie vor auf die klassische Telefonie.


ISDN verlangsamt VoIP-Ausbreitung

Ein Grund für den eher zögerlichen Wechsel ist einerseits die hohe ISDN-Penetration in der Schweiz. Der europäische Vergleich zeigt, dass Länder mit einer hohen ISDN- tendenziell eine tiefere VoIP-Dichte haben. Andererseits fallen aber auch die besonderen Rahmenbedingungen von KMU ins Gewicht. KMU haben natürlicherweise ein kleineres Infrastrukturbudget als Grossunternehmen. Auf jeden Trend sofort aufzuspringen, ist für sie deshalb allein schon aus Kostengründen nicht möglich. Dazu kommen knappe personelle Ressourcen. Im Gegensatz zu Grossunternehmen beschäftigen kleine und mittlere Unternehmen in den wenigsten Fällen eigene IT-Spezialisten, die sich um technische Fragen kümmern. Der Wechsel auf eine neue Technologie will deshalb gut überlegt sein. Ein KMU steigt nur dann auf eine neue Technologie um, wenn der Umstieg ohne grossen Aufwand möglich ist und sich ihm daraus ein Nutzen ergibt. Was also nützt es einem Unternehmen überhaupt, wenn es von der klassischen auf die internetbasierte Telefonie umsteigt?
 
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