Initiativen für die Zukunft des Informatikunterrichts

Initiativen für die Zukunft des Informatikunterrichts

1. Februar 2013 - Von Irena Kulka

Können wir es uns leisten, Informatik im Schulunterricht nicht einzuführen? Dieser Frage ging die Vortragsreihe zum Thema «Informatik und die Schule des 21. Jahrhunderts» nach. Klare Antwort: Wir können nicht, soll die Schweiz im internationalen Bildungsvergleich nicht auf der Strecke bleiben.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/01
Für Simon Peyton-Jones ist eine Schule ohne Informatik unvollständig. (Quelle: Swiss ICT Magazin)
ETH-Informatikprofessor Jürg Gutknecht gehört zu den Initiatoren der erwähnten Vortragsreihe. Für ihn gilt es, das «I» und das «T» der MINT-Fächer im Schulunterricht ebenso zu verankern wie das «M» und das «N». Die Umsetzung brauche jedoch viel Kreativität, um neue Modelle der Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Schulen und Hochschulen zu entwickeln.
Fassungslos konstatierte Professor Simon Peyton-Jones (Microsoft Cambridge) die Folgen des in der Vergangenheit propagierten ICT-Anwendungsunterrichts. Das sei so, «als lernten Kinder Lesen statt Schreiben, Konsumieren statt Kreieren, Autofahren statt Physik». Für ihn ist eine Schule ohne Informatik im 21. Jahrhundert unvollständig. Seiner Ansicht, dass Informatik eine vollwertige wissenschaftliche Disziplin ist, schlossen sich ohne Umschweife ETH-Lernforscherin Elsbeth Stern und ETH-Professor Hans Hinterberger an. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer «Verschwendung von Bildungsressourcen der Gesellschaft».
Ausführlich stellte Peyton-Jones seine Initiative Computing at Schools (CAS) vor. Diese Initiative konnte - auch dank der Unterstützung eines problembewussten Bildungsministeriums - erreichen, dass ab 2014 der bisherige Unterricht durch einen Informatiklehrplan mit mehr Tiefgang ersetzt wird.
Weitere Vorträge von Fachexperten in der Informatikgrundausbildung, im wissenschaftlichen Rechnen sowie in der schweizerischen Berufsbildung machten die Dringlichkeit der Informatikausbildung auch für andere Wissenschaftler sowie allgemein in der Wirtschaft und Gesellschaft klar. Die Professoren Simon Peyton-Jones (Cambridge) und Willi Zwaenepoel (EPFL) forderten das Publikum auf, eine gemeinsame Vision «Informatik an Schulen» zu entwickeln, für einmal inhaltliche Differenzen beiseitezuschieben und mit einer Stimme zu sprechen. Die Stimmung in der Diskussion war entsprechend positiv und fast harmonisch. In einem Blog sollen die beschriebenen Ansätze vertieft diskutiert werden.
 
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