Der Erfahrung einen Wert geben

Der Erfahrung einen Wert geben

2. Oktober 2011 - Unter diesem Titel hat das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie Kantone und Verbände aufgerufen, von der im Berufsbildungsgesetz von 2004 neu geschaffenen Möglichkeit Gebrauch zu machen und Konzepte zu entwickeln, um langjährigen Berufsleuten ohne formalen Abschluss über ein Gleichwertigkeitsverfahren das eidg. Fähigkeitszeugnis zu ermöglichen.

von Alfred Breu, ICT-Berufsbildung Schweiz
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/10
Die Validierung von Bildungsleistungen ist ein Gleichwertigkeitsverfahren - durch bestimmte Belege und Nachweise zeigen die Interessierten auf, dass sie mit dem Lehrabschluss vergleichbare Kompetenzen über den praktischen Einsatz und Kurse etc. erworben haben. Die Bestehensregeln zeigen auf, was die Interessierten leisten oder können müssen, damit sie das eidg. Fähigkeitszeugnis erhalten.
Die Informatik-Lehre ist seit 2001 im schulischen Teil handlungsorientiert aufgebaut. Im betrieblichen Teil stand schon immer das Können im Vordergrund. Entsprechend gilt es, in 12 Grundlagen- und 6 Schwerpunktmodulen des oberen Niveaus nachzuweisen, dass die Kompetenz erreicht ist. Die Interessierten müssen entsprechend applikationsgeführt über alle Handlungsziele für aussenstehende Experten nachvollziehbar beschreiben, wie sie an der Arbeit vorgehen und belegen, dass sie professionell arbeiten, Fachleute sind. Ein Referenzprojekt, das diese Person selber bearbeitet hat, bestätigt die Aussagen.

Nach Abschluss der Online-Erfassung wird das Dossier von zwei zugewiesenen Experten studiert. Diese entscheiden aufgrund der vorliegenden Grundlagen inkl. Ausbildungszertifikaten, ob der/die Kandidat/-in professionell auf gleichem Stand ist, wie ein/-e Absolvent/-in der Informatik-Lehre. Danach wird die betreffende Person zu einem Gespräch eingeladen. In diesem geht es um die Verifikation, ob es sich wirklich um eine Fachperson handelt. Trifft das alles zu, wird das eidg. Fähigkeitszeugnis als Informatiker/-in ausgehändigt.

Die Informatik-Grundbildung stellt hohe Ansprüche

Die Informatik-Lehre umfasst einerseits eine Fachrichtung, in welcher man zu einem bestimmten Mass bewandert sein muss. Hier geht es beispielsweise bei einem Applikationsentwickler nicht «nur» ums Programmieren, sondern auch um das methodische Vorgehen beginnend mit der Planung bis zur Einführungsdokumentation. Dazu kommt auch eine minimale Berufs-Breite. Informatik-Lehrabsolvent/-innen der Fachrichtung Applikationsentwicklung können auch einen Server aufbauen und einrichten. Oder Systemtechniker/-innen programmieren. Und das ist häufig der kritische Punkt - im Beruf ist man auf einen Bereich spezialisiert, die Breite jedoch ist nicht oder nur marginal vorhanden. Um diesem Umstand zu begegnen, gibt es die Lernleistungsbestätigung - ein Dokument, das am obigen Fall belegt, dass das Gebiet der Applikationsentwicklung bestens abgedeckt ist und dass einzelne Module der anderen Schwerpunkte nicht erreicht sind. Das hilft bei einer Bewerbung oder bei einer Anmeldung zu einer höheren Berufsbildung schon deutlich weiter.
 
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