Standards individualisieren

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7. Juli 2011 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/07
Dass das Knowhow nicht unbedingt im Code liegt, kann man bei Koch IT in Winterthur wohl unterschreiben. Im Laufe der 23-jährigen Unternehmensgeschichte wandelte sich das Unternehmen vom Experten für Embedded Systeme in der Maschinenindustrie zum IT-Servicedienstleister mit Angeboten für Beratung, Business Systeme, Collaboration-Systeme und IT Service Management. Anders formuliert: Es ging von der Tiefe in die Breite. Dass dabei trotzdem noch eine hauseigene Collaboration-Lösung herauskam, bestätigt als Ausnahme wohl die Regel – doch dazu später mehr.

Ab 1988 entwickelte das Unternehmen noch unter dem Namen Koch Mikrosysteme zum Beispiel Steuer-Software für Spinnereimaschinen aus dem Hause Rieter. Wie kam es also zum Wandel in ein Unternehmen, das heute zum Beispiel eine hochsichere Kollaborationsplattform für das VBS baut? Man surfte die Welle der Standardisierung. «Vor 20 Jahren waren die meisten Lösungen massgeschneidert, der Standardisierungsgrad war tief. Heute fängt man selbst in komplexen Umgebungen nicht mehr auf der grünen Wiese an. Häufig sind mindestens 75 Prozent der Komponenten Standard», so Andreas Koch, Gründer und CEO. Bei Koch IT machte man diese Entwicklung einfach mit. Von Vorteil hier war das intime Wissen über die überliegenden Systeme und Prozesse der Kunden, dass aus der Entwicklung besagter Steuersysteme resultierte. In Folge bewegte sich das Unternehmen weg von Maschinen und hin zur Auswertung, Optimierung und Präsenation von Daten und belegte damit, dass das Knowhow tatsächlich nicht im Code liegt. Es folgten Aufträge in der Telekommunikationsbranche, wo unter anderem Komponenten für Spektrum- und Netzwerkanalysatoren entwickelt wurden, die heute weltweit zum Einsatz kommen.

Vom Service zum Produkt

Weitere Stationen auf diesem Weg waren 2002 die Zertifizierung nach ISO9001:2000 sowie die Ausweitung des Angebots um IT Engineering und Support 2007. Seitdem kann man sich von Koch IT die komplette Systemlandschaft inklusive Hard- und Software auf den Leib schneidern lassen. 2004 nannte man sich um und firmiert seitdem unter dem Namen Koch IT. Neueste Entwicklung ist allerdings die Erweiterung des Angebots um Collaboration Software und Lifecycle Management. Hier beisst sich die Katze dann auch in den Schwanz: Obwohl der Individualisierungsgrad der Software im Laufe der Jahre stetig gesunken ist, muss nach wie vor ein nicht unerheblicher Aufwand in die Anpassung von Standardkomponenten oder in spezifische Erweiterungkomponenten investiert werden. Das so gewonnene Know-how kann durchaus wieder in eine Speziallösung fliessen.

Im Fall von Koch IT sind das Accesseverywhere und Priv@tezone. Erstere ermöglicht einen sicheren Fernzugriff auf den personalisierten Desktop, letztere dient der Collaboration. Gerade mit Priv@tezone will man bei Koch IT punkten: Denn Collaboration ist nicht nur für sich genommen ein aktuelles Schlagwort. Zu einem Zeitpunkt an dem fast täglich Hackergruppen vertrauliche Informationen ins Internet posten, kommt man nicht um das Thema Sicherheit herum. Koch IT stellt dem mit Priv@tezone eine Hochsicherheitslösung entgegen, die Zusammenarbeit auch bei physischer Trennung der Systeme ermöglicht. Die Bedürfnisse der Kunden in diesem Bereich kennt man aus dem Servicegeschäft. Mal wieder liegt das Know-how also nicht im Code.

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