CIO-Interview: «Wir bewegen uns in einem hochspezialisierten Umfeld»

CIO-Interview: «Wir bewegen uns in einem hochspezialisierten Umfeld»

2. April 2011 - Robert Stadler, beim Flugsicherungsspezialisten Skyguide für die IT zuständig, beschäftigt sich mit der Entwicklung soziotechnischer Systeme im hochkomplexen Umfeld.
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/04
Robert Stadler (49), ist seit drei Jahren Leiter Technik und Mitglied der Geschäftsleitung bei Skyguide.
Swiss IT Magazine: Ich kann mir vorstellen, dass Ausfälle in Ihrer IT Tabu sind?
Robert Stadler, Skyguide: Eine IT, in der Ausfälle Tabu sind, hat einen schwierigen Stand. Selbstverständlich sind wir als High Reliability Organization (HRO) sehr empfindlich in diesem Punkt und versuchen, die nötigen Massnahmen zu treffen, um sicherzustellen, Ausfälle möglichst auf ein absolutes Minimum zu beschränken.

Welche Massnahmen treffen Sie, um eine höchstmögliche Ausfallsicherheit zu erreichen?
Primär sind es zwei Dinge, die wir aktiv nutzen: Redundanz und Diversität. Redundanz bedeutet in unserem Fall, dass wir die Arbeit auf mehrere Maschinen verteilen und diese richtig zusammenhängen. Damit ist sichergestellt, dass der Ausfall einer Maschine kompensiert wird. Diversität ermöglicht eine robuste Lösung in dem Sinne, dass ein Fehler, der quer durch Software- oder Hardware durchgeht, irgendwann auf eine Barriere trifft und sich hinter dieser Barriere nicht mehr ausbreiten kann. Hinzu kommt aber sicher auch die Fähigkeit, unsere Anlagen gut zu unterhalten.
Inwieweit hängt die eigentliche Flugsicherung mit der IT-Infrastruktur zusammen?
Ich glaube, Flugsicherung ist ohne Informatik nicht möglich. Die Herausforderung besteht darin, dass wir ein soziotechnisches System haben. Das bedeutet, wir haben ein System, in welchem Menschen und Maschinen sehr eng zusammenarbeiten müssen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen – nämlich Flugsicherung. Ohne die Information, die durch die Sensorik geliefert, aufbereitet und in einer für Menschen geniessbaren Form ausgegeben wird, ist Flugsicherung heute nicht mehr möglich.

Was macht Ihnen mehr Sorgen, die Maschine oder der Mensch?
Die grösste Herausforderung sind die Schnittstellen.

Das heisst?
Bei jedem System, das man baut und bei dem es eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine gibt, wird es heikel. Vor allem wenn man sich in einem Umfeld befindet, wo wichtige Entscheidungen unter hohem Zeitdruck gefällt werden müssen. Dort muss die Schnittstelle sowohl Performance- als auch Qualitäts-seitig optimiert sein, sonst funktioniert es nicht.
 
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