Informatikpraktiker/-praktikerin –neue Grundbildung für den Supportbereich

Informatikpraktiker/-praktikerin –neue Grundbildung für den Supportbereich

27. September 2010 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/10

Die 2-jährige Ausbildung ist dafür geschaffen, um einerseits Jugendlichen mit Interesse und Flair für die Informatik und gewissen schulischen Lücken einen Einstieg in die Informatik zu ermöglichen und anderseits, dieses Potential im Support und der Systemauslieferung und -pflege zu nutzen. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Absolvent/-innen dieser Ausbildung danach mehrheitlich eine Informatiklehre mit Schwerpunkt Support aufnehmen und damit in der Informatik bleiben. Das ermöglicht den Betrieben, auch diesen Bereich zu professionalisieren und langfristige Stellenbesetzungen ins Auge zu fassen. Die jungen Leute sind dankbar, dass sie in der Informatik arbeiten dürfen und blühen in der Praxis in aller Regel richtig auf. Das schafft die Grundlage für künftige gute Mitarbeitende mit wachsenden Kompetenzen.


ICT-Bildungskonzept –zielgerichtet, marktorientiert

Mit der Attestausbildung Informatikpraktiker wurde eine letzte Lücke geschlossen. Das Bildungskonzept umfasst nun alle Bedürfnisse der Wirtschaft und ist vor allem sehr flexibel. Anpassungen können innert weniger Monate in Form von zusätzlichen Modulen (anstelle von nicht mehr benötigten) vorgenommen werden. Es umfasst sowohl schulische wie duale Wege in die ICT und ist höchst durchlässig.


Grundbildung für alle Fälle – jeder Sechste ein/-e Lernende/-r


Hier eine Beschreibung der wesentlichen Bereiche der Grundbildung der künftigen Informatikfachleute. Zentrale Funktion hat die duale Grundbildung, allenfalls mit Outsourcing des ersten Lehrjahres in ein Basislehrjahr. Drei Tage sind die Lernenden in einem Betrieb, an zwei Tagen gehen sie in die Berufsschule, wo sie nebst Allgemeinwissen, Mathematik, Betriebswirtschaft, Naturwissenschaften und Englisch mit den überbetrieblichen Kursen zusammen 1400 Lektionen Informatik im Schwerpunktbereich geniessen. Dort werden die Grundlagen in handlungsorientierten Modulen gelegt: Die Lernenden implementieren eine Applikation objektorientiert oder nehmen einen Internet-Server in Betrieb. Im Verlauf der ersten beiden Lehrjahre erwerben sie vor allem die schwerpunktorientierte Bildung, damit sie für die Betriebe rasch einsetzbar sind. Ziel ist es, dass nun in den Betrieben entsprechend Lehrstellen geschaffen werden. Jeder sechste in der Informatik soll ein Lehrling oder Praktikant sein!

Ziel: zwei Drittel in die höhere Berufsbildung


Viele Firmen suchen regelmässig Fachhochschulabgänger/-innen. Diesen Weg wollen wir als Königsweg forcieren: Zuerst die Informatik-Lehre oder Informatikmittelschule und dann das FH-Studium. Dieses baut auf den Grundlagen der Grundbildung und führt die jungen Leute genau zu den so dringend gewünschten Kompetenzen. Das FH-Studium ist sowohl berufsbegleitend möglich als auch als Vollzeit-Studium. Beachten Sie dazu auch den Bericht von Olaf Stern auf Seite 26 in dieser Ausgabe.


Die höheren Fachschulen Technik und Wirtschaftsinformatik setzen inskünftig auch auf die Berufsbildung Informatik ab und erreichen dadurch einen deutlich höheren Abgangswert. Diese Ausbildung wird eine wichtige Rolle in der Nachwuchsausbildung der künftigen Informatiker/-innen spielen.


Eine zentrale Rolle soll die Vorbereitung zur Berufsprüfung mit dem eidg. Fachausweis als Resultat und danach die höhere Fachprüfung mit dem eidg. Diplom spielen. Die Berufsprüfung belegt die Kompetenzen einer Spezialisierung in wichtigen Bereichen der Informatik. Ihr Wert soll der eines “Professional Bachelors” sein. Die Lehrgänge in verschiedenen Schwerpunkten des Berufsfeldes werden im Herbst 2011 starten.

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