In zwei Jahren zum eidg. Fähigkeitszeugnis

In zwei Jahren zum eidg. Fähigkeitszeugnis

28. Juni 2010 - Quereinsteiger sind in der Informatik nach wie vor gefragt. Im Unterschied zu vergangenen Zeiten sollten sie aber heute eine Grundbildung mit anerkanntem Abschluss mitbringen. Das Informatik-Bildungskonzept bietet dafür sehr gute Möglichkeiten.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/07

Vor einiger Zeit lebte die Informatik von Quereinsteigern, von Leuten, die nach ihrer ersten Berufsausbildung und ihren ersten Berufserfahrungen in die Informatik wechselten und «by doing» in ihre Arbeit eingeführt wurden. Das wurde meist flankiert durch verschiedene Produktekurse. Inzwischen ist die Informatik deutlich industrialisierter, sie ist zum Rückgrat jeder Firma geworden und muss entsprechend stabil arbeiten. Alle Applikationen müssen darüber hinaus kostengünstig und hoch zuverlässig laufen. Jeder Fehler wirkt sich drastisch aus: Man muss Angestellte heimschicken, weil sie nicht arbeiten können, die Kunden können nichts mehr bestellen, an der Kasse nicht mehr bezahlen etc.



Die Informatiker/-innen sind zu Mit-Entwicklern an neuen Produkten und Prozessen geworden. Das hat die Anforderungen an diese Fachleute völlig verändert. Heute sind teamfähige, offene, initiative Leute mit sehr guter Ausbildung gesucht. Das bedeutet, dass der früher übliche Quereinstieg ohne Informatikgrundbildung oder bestenfalls mit einem Teilgebiets-Zertifikat oder Produktelehrgangs-Zertifikat kaum mehr möglich ist. Man möchte die Umsteigewilligen nach wie vor sehr gerne — aber mit einer Grundbildung mit anerkanntem Abschluss, die einen weiteren Aufbau ermöglicht.




Elfjährige Erfolgsgeschichte

Das gute Informatik-Bildungskonzept bietet den sehr willkommenen Berufsumsteigerinnen und Berufsumsteigern eine sehr gute Lösung — den Umsteigerlehrgang mit eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) Informatiker/-in. In nur zwei Ausbildungsjahren wird diese Ausbildung angeboten. Die Kursteilnehmer/-innen durchlaufen die gleiche Fachausbildung wie die Lehrlinge.



Die dual organisierten Lehrgänge werden in den Schwerpunkten Systemtechnik und Applikationsentwicklung angeboten. Je nach Anbieter hat man an einem Wochentag und zwei Abenden Schule, andere ziehen den Samstag bei. Der grössere Teil der Anbieter arbeitet nach der Zürcher Definition der Module, was heisst, dass der Lehrgang rund 1400 Lektionen Informatik umfasst. Dazu kommen Englischunterricht, Betriebswirtschaft und je nach Erstausbildung auch Mathematik, Physik und Chemie.



Seit elf Jahren besteht das Angebot; inzwischen haben bereits deutlich über 500 Personen das EFZ auf diesem Weg erworben. Sie haben mehrfach belegt, dass der Lehrgang in zwei Jahren machbar ist und die notwendige minimale Betriebspraxis von 220 Arbeitstagen auch im Vergleich zur 4-jährigen Lehre absolut gut dastehen. Im Abschlussjahr 2009 wurden je eine Facharbeit (2-wöchige individuelle praktische Arbeit, IPA) eines Systemtechnikers und eines Applikationsentwicklers aus dem ZLI-Lehrgang zu den zehn besten Arbeiten der Schweiz erkoren.


 
Seite 1 von 2

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER