Pixel-Hacker

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23. April 2010 - Proprietäre Software modifizieren
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/05
Prefab ermöglicht unter anderem die Funktion «Bubble Cursor», die die Navigation vereinfachen soll. (Quelle: Vogel.de)

Was wäre, wenn jede Software Open Source wäre? Forscher der University of Washington sagen proprietärer Software den Kampf an und wollen die Art, wie man mit Computern arbeitet, revolutionieren. Die Vision ist ein Mashup der verschiedenen Desktop-Tools und -Applikationen, wie es im Web bereits existiert. Hier können dank HTML Elemente wie beispielsweise Google Maps, Videos aus Youtube oder News aus Twitter frei auf einer Website kombiniert werden.


Für die grosse Freiheit auf den PCs soll das Programm «Prefab» sorgen, das vor kurzem erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Prefab nutzt die Gemeinsamkeit jeglicher, noch so proprietärer Software: Alle Informationen werden nämlich in irgendeiner Form visualisiert, mit Buttons, Reglern, Check-Boxen oder Drop-down-Menus. Oft komme dafür vorproduzierter Code zum Einsatz, erklären die beiden US-Forscher James Fogarty und Morgan Dixon. Prefab sucht nun mittels Pixelanalyse genau nach solchen Elementen, angeblich bis zu 20 Mal pro Sekunde, und lässt sie dann modifizieren.


Prefab ermöglicht es laut den Wissenschaftlern einerseits, einfach Buttons aus einem Programm in ein anderes einzubinden. Auch ein Mashup wie im Web, eine spezielle Applikation aus verschiedenen Elementen unterschiedlicher Programme, soll machbar sein. Andererseits soll Prefab auch im Bereich Accessability einiges ermöglichen – «Bubble Cursor» beispielsweise (siehe Bild). Damit muss nicht mehr zwingend direkt auf den Button geklickt werden, sondern nur noch in die Nähe. Weiter soll es mit Prefab möglich sein, einfach Anwendungen zu übersetzen, ohne ihren Sourcecode zu kennen, oder selber Redesigns an Applikationen oder Betriebssystemen vorzunehmen. Noch ist Prefab nicht erhältlich, soll aber demnächst als Open-Source-Software veröffentlicht werden.


(mv)
 

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