Loyalität im Unternehmen

Loyalität im Unternehmen

26. Januar 2010 - Illoyale Angestellte sind laut Studien Umsatzkiller für ein Unternehmen. Diesem Phänomen wird in der Mitarbeiterführung noch viel zu wenig Beachtung geschenkt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/01
(Quelle: Vogel.de)

Ex-Chef zweifelt an Loyalität Béglés.» So giftelte die Pendlerzeitung «20 Minuten» neulich mit reisserischer Schlagzeile gegen den Ex-Post-Präsidenten. Im Artikel kommt Béglés Ex-Chef Peter Kruse zu Wort, welcher sich wenig schmeichelhaft über seinen ehemaligen Mitarbeiter bei der Deutschen Post äussert. «Aus eigener Erfahrung zweifle ich an der Loyalität von Herrn Béglé», lästert er und wirft diesem unverhohlen vor, hinter seinem Rücken gegen ihn intrigiert zu haben.


Was genau an dieser Posse wahr ist, lässt sich aus heutiger Sicht wohl nur noch schwer rekonstruieren. Viel entscheidender aber ist, dass man mit einer solchen Anschuldigung die Glaubwürdigkeit einer Person nachhaltig zerstören oder zumindest in Frage stellen kann.


Doch was bedeutet denn eigentlich Loyalität? In der Online-Enzyklopädie «Wikipedia» steht dazu folgendes: «Loyalität bezeichnet die innere Verbundenheit und deren Ausdruck im Verhalten gegenüber einer Person, Gruppe oder Gemeinschaft. Loyalität bedeutet, die Werte des anderen zu teilen und zu vertreten, beziehungsweise diese auch dann zu vertreten, wenn man sie nicht vollumfänglich teilt.»


Der Fall Claude Béglé zeigt, dass illoyales Verhalten bei einer breiten Bevölkerungsschicht nicht goutiert wird, ja sogar auf Ablehnung stösst. Soweit die Theorie. Doch wie verhält es sich mit der Loyalität im beruflichen Alltag?



Ehrlich oder loyal?

In einer Zeit, in der Individualismus und Flexibilität propagiert werden und immer wieder von mangelnder Solidarität die Rede ist, wird jene oftmals mit Füssen getreten, und zwar von Angestellten und Chefs gleichermassen. Es scheint fast, dass der Loyalitätsgedanke vor allem dann ins Spiel gebracht wird, wenn man daraus selber einen Vorteil ziehen kann. So ist es beispielsweise gängige Praxis, dass der Kandidat in einem Vorstellungsgespräch danach gefragt wird, wie lange er gedenke, bei der neuen Firma zu bleiben. Antwortet dieser dann offen und ehrlich, dass er sich ein Engagement von mindestens zwei Jahren vorstellen könne und man darüber hinaus in der heutigen Zeit sowieso nicht mehr wirklich planen könne, wird ihm dies unter Umständen bereits als mangelnde Loyalität gegenüber seinem künftigen Arbeitgeber ausgelegt. Denn der Arbeitgeber wünscht sich doch vom potentiell neuen Mitarbeiter ein wesentlich längeres Engagement. Dass dann aber die gleichen Personen auf Grund der schlechten Wirtschaftslage einen Mitarbeiter schon nach kürzester Zeit wieder entlassen, weil jetzt plötzlich die Gewinnmaximierung über der Loyalität zum Angestellten steht, zeigt wie heuchlerisch und missbräuchlich der Loyalitätsbegriff mitunter verwendet wird.

Doch auch Arbeitnehmer stehen vielfach nicht mehr zu ihrem Wort und sind nur zu oft auf ihren eigenen Vorteil bedacht: So sehen sich heute immer mehr Personalchefs mit der Tatsache konfrontiert, dass ein Kandidat, der einen Rekrutierungsprozess erfolgreich durchlaufen hat, am Ende dann der Firma doch eine Absage erteilt, weil er ein noch besseres Angebot von einem anderen Unternehmen bekommen hat. Selbst unterschriebene Arbeitsverträge sind dabei kein Hinderungsgrund, es sich nochmals anders zu überlegen und die neue Stelle gar nicht erst anzutreten.

 
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