Virtualisierungs-Kur für gesamte IT

Virtualisierungs-Kur für gesamte IT

20. März 2009 - Die Zürcher Fischer Group mit rund 40 Mitarbeitenden hat die gesamte IT virtualisiert, Server und Desktops. Damit soll unter anderem bis zu 50 Prozent an Energie gespart werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/04

Die Zürcher Fischer Group, bestehend aus den beiden Unternehmen Fischer Chemicals und Fischer Global Services, stand im Sommer 2008 vor einer grossen Herausforderung. Turnusgemäss nach drei Jahren untersuchte man die aktuelle IT-Infrastruktur und hielt nach Möglichkeiten zur Verbesserung Ausschau. Schnell war dem international tätigen KMU mit seinen rund 30 Mitarbeitern (siehe Kasten «Fischer Group») klar, dass um den stetig steigenden Anforderungen an die IT gerecht zu werden und das Wachstum des Unternehmens gewährleisten zu können, ein grösseres Projekt bevorsteht. Daniel Fischer, CEO des Familienunternehmens, wandte sich deshalb an seinen für die IT zuständigen Partner Infranova. Der IT-Dienstleis-ter aus Dietlikon betreut seit April 2008 die komplette IT der Fischer Group.


Viel ausgegeben, viel gespart?

Im Hauptsitz in Zürich standen bei der Fischer Group vor Projektstart zwei grosse Server, die sich durch zwei Klimaanlagen gekühlt in einem ganz normalen Büroraum befanden. Daneben gab es noch einen SAP-Server. Die Mitarbeiter arbeiteten überall mit Fat Clients, also normalen Desktop-Computern. Updates für die eingesetzten Programme wie Microsoft Office, Abacus, SAP oder andere, branchenspezifische, wurden jeweils manuell an jedem einzelnen PC vorgenommen. Backups machte man jeden Morgen manuell mittels Tapes. Die Infrastruktur und die Anforderungen an die IT wuchsen stetig, es wurde immer komplexer. Nun kam im Sommer 2008 die angesprochene, turnusgemässe Erneuerung. Das Ziel war schnell definiert: Die IT sollte von einer sehr aufwendig gewordenen, wieder zu einer rein unterstützenden, zukunftsgerichteten Sache werden und das Unternehmen seinen Kernkompetenzen nachkommen lassen.


Zusammen mit Infranova wagte Fischer einen grossen Schritt: Man entschloss sich für eine komplett virtualisierte Lösung, sowohl auf Server- wie auch auf Desktop-Seite. Und im gleichen Atemzug führte man eine neue Net-app-Storage-Lösung und Office 2007 ein, sowie einen SAP-Release-Wechsel durch. «Wir wollten keine Salami-Taktik und haben gleich alles, was möglich und sinnvoll ist, auf einmal realisiert», begründet Fischer das gewagte Vorgehen. Mit einer guten und frühzeitigen Planung sei das kein Problem gewesen.

Finanziell war das Mega-Projekt für die Fischer Group kein Wagnis, hat man doch bereits in den Vorjahren Rückstellungen für das grosse IT-Projekt getätigt. Insgesamt investiert und rechnet das Unternehmen pro Jahr und Mitarbeiter mit rund 10’000 Franken für die IT, damit sei auch die aktuelle Umstellung gröss-tenteils gedeckt worden. Laut Infranova hat das Gesamtprojekt, das auf fünf Jahre ausgelegt ist, alles in allem deutlich unter 500’000 Franken gekostet. Es sollte aber nicht nur Kos-ten verursachen, sondern auch welche sparen. Valentin Studer, CEO von Infranova, hat es ausgerechnet: «Wir sparen mit dieser neuen IT-Lösung Energie im Bereich von 50 Prozent, was wiederum rund 11’500 kWh und dem CO2-Ausstoss von drei Vierpersonenhaushalten pro Jahr entspricht.» Ob dem tatsächlich so ist, wird Daniel Fischer bald wissen. «Wir warten gespannt auf die nächste Stromrechnung und werden sie dann genau mit der aus dem Vorjahr vergleichen», verspricht er.

 
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