Test Center – Vergleichstest E-Mail-Clients

E-Mail auf drei gelungene Arten

E-Mail auf drei gelungene Arten

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/09

Bedienung unterschiedlich gelungen

E-Mail auf drei gelungene Arten
(Quelle: Swiss IT Magazine)
Im Hinblick auf die Oberfläche könnten die drei Vergleichskandidaten kaum unterschiedlicher sein. Outlook kommt mit dem bekannten Ribbon-Interface der Office-Anwendungen, das per Klick auf ein kleines Dreieckspfeil-Icon rechts im Ribbon auf Wunsch in einer vereinfachten Variante aufgerufen werden kann, die nur die wichtigsten Optionen anzeigt. Das Erscheinungsbild lässt sich zudem, wie bei Office-Apps üblich, mit Themen und Farben dem eigenen Gusto anpassen, und auch viele weitere Einstellungen erlauben eine nutzerspezifische Konfiguration der Oberfläche und der Bedienungselemente.

Thunderbird sieht auf den ersten Blick etwas mager aus. Kritiker bemängeln gelegentlich ein veraltetes Interface – wir sehen eher eine minimalistische Darstellung, die Funktionalität in den Vordergrund stellt und auf kosmetischen Schnickschnack verzichtet. Vom Prinzip her gleicht die Oberfläche der eines Browsers, und zwar inklusive Tab-Navigation. Öffnet man die Einstellungen, erscheinen diese in einem eigenen Tab. Ebenso lassen sich die Postfächer mehrerer Accounts parallel in verschiedenen Tabs anzeigen.


Dies ist ein enormer Vorteil, den Outlook vermissen lässt: Auf Basis des Tab-Interface können zum Beispiel Suchergebnisse in einem Tab angezeigt werden und verschwinden nicht, wenn man zwischendurch zu einer anderen Inbox wechselt. Einzig zum Verfassen einer Nachricht poppt ein separates Fenster auf, das mit einem Editor mit umfangreichen Funktionen aufwartet.

Ein Tab-Interface bietet auch Vivaldi Mail. Hier erscheinen verschiedene geöffnete Mails, Einstellungen, der Mail-­Editor und die dreigeteilte Gesamtübersicht über Konten und Mails jeweils in einem eigenen Browser-Tab, neben den aufgerufenen Webseiten. Alles in allem wirkt die Oberfläche ziemlich überfrachtet. Zu den Bedienungselementen des Browsers, darunter die Adresszeile, die untere Statusleiste und die linke Seitenspalte, kommt die an sich schon komplexe Mail-Oberfläche hinzu. Die Darstellung der Mail-Liste wirkt gedrängt, der Abstand zwischen den Einträgen lässt sich nicht anpassen.

Wenig sympathisch ist auch die voreingestellte Signatur im Mail-Editor: «Sent with Vivaldi Mail. Download Vivaldi for free at vivaldi.com». Der Werbespruch lässt sich glücklicherweise in den Mail-Einstellungen für jeden Ac count durch etwas Sinnvolleres ersetzen. Zum Thema Einstellungen: Die Mail-Einstellungen sind bei Vivaldi Mail naturgemäss Teil der Browser-Einstellungen, die per se schon eine lange Liste bilden. Wohl deshalb sind sämtliche Mail-bezogenen Settings in einer einzigen, ellenlangen Liste zusammengefasst, und man findet manche Optionen nur nach mühsamem Scrollen.

Integrationssieger Outlook

E-Mail auf drei gelungene Arten
Outlook liest auf Wunsch den Text von E-Mails laut vor, je nach Spracheinstellung sogar auf Schweizerdeutsch. (Quelle: Swiss IT Magazine)
Wenn es um die Integration mit dem Rest der Microsoft-Welt geht, hat Outlook naturgemäss ganz klar die Nase vorn. Neben der direkten Unterstützung von Exchange-Konten bietet die Microsoft-App ebenso direkte Integration zwischen Mail, Kalender, Erinnerungen und Microsoft Teams sowie weiteren Microsoft-Apps. So lässt sich auf Basis einer empfangenen E-Mail per Klick ein Teams-Meeting anlegen, der Inhalt an Onenote senden oder ein Task mit Deadline definieren. Auch Dateien aus der (Microsoft-)Cloud können einfach als Anhang beziehungsweise als Link zur Datei verschickt werden, ohne die Datei zuerst aufs eigene System herunterzuladen.

Beim Mail-Handling punktet Outlook mit diversen Features. Die Übersicht über eine grosse Menge von E-Mails erleichtert die App mit vordefinierten Filtern. Nachrichten lassen sich nach Kriterien wie Kategorie, Priorität, Ungelesen oder mit Anhang filtern sowie beliebig nach Stichworten oder Absender-/Empfängeradressen finden. Outlook übersetzt auf Wunsch einzelne Wörter oder ganze E-Mails und sucht via Bing nach einem im Text selektierten Begriff, ohne dass dazu ein Browser gestartet wird: Die Ergebnisse erscheinen in einer Spalte rechts neben der Nachricht direkt innerhalb Outlook. Weitere Besonderheiten sind der Immersive Reader für ein vereinfachtes, anpassbares Leseerlebnis und die Vorlesefunktion, die den Text eines E-Mails laut vorliest, je nach Spracheinstellung sogar auf Schweizerdeutsch.

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