Test Center – Acer vs. Asus vs. Axxiv

Der grosse Notebook-­Vergleichstest

Der grosse Notebook-­Vergleichstest

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/04

Display und Sound

Beim Direktvergleich der drei Displays in der Einstellung ab Werk fällt auf, dass im Grundsatz das Display des Axxiv-Geräts Bilder eher wärmer (sprich mit leichtem Gelbstich) und dasjenige von Asus eher kühler (leichter Blaustich) darstellt, während das Acer-Display am ausgewogensten wirkt. Der Kontrast wiederum ist gerade im dunklen Bereich bei den Geräten von Axxiv und Asus einen Tick besser, während die Einblickwinkel weitgehend identisch sind. Letztlich aber muss man festhalten, dass zwischen den Displays – sowohl was die Helligkeit als auch die Darstellung von Farben angeht – kaum Unterschiede festzustellen sind. Das gilt auch bei der Arbeit im Freien und trotz der Tatsache, dass der Rechner von Asus nebst der höheren Auflösung als einziger über ein Non-Glare-Display verfügt – die Leserlichkeit bei direkter Sonneneinstrahlung ist bei allen Geräten weitgehend identisch.

Als nächstes zu den Speakern. Hier rühmt sich einzig das Expertbook von Asus der Zusammenarbeit mit einem Soundspezialisten, und zwar Harman Kardon. Die übrigen beiden Geräte streichen die Speaker-Thematik weniger hervor – schliesslich handelt es sich um Business-Geräte. Und in der Tat ist der Sound beim Asus-Gerät am definiertesten, allerdings vermag das Axxiv Aria I15A21 durchaus mitzuhalten, insbesondere was den Wumms des Sounds respektive das Volumen angeht. So gefällt bei Filmeffekten und beim gesprochen Wort das Gerät von Asus besser, bei Musik weiss dasjenige von Axxiv besser zu gefallen. Das Travelmate Spin P6 von Acer fällt soundtechnisch hingegen etwas ab, alles tönt etwas dünner und im Vergleich blechern – egal ob der Teams-Videocall, das Musikvideo oder das Filmintro.

Dafür hält sich der Rechner von Acer auch sonst zurück, was Geräusche angeht. Das Travelmate arbeitet ganz klar am ruhigsten, selbst bei Performance-Tests braucht es viel, bis man den Lüfter wirklich hört, und selbst dann dreht er auf einer Frequenz, die absolut nicht störend ist. Ganz anders der Rechner von Axxiv, der unter hoher Belastung beim Benchmark-Test klar am lautesten ist. Der Lüfter beginnt dann zu pfeifen, als ob im Innern des Laptops ein kleiner Düsenjet starten würde. Dafür bleibt der Axxiv-Rechner oben im Bereich der Tastatur als auch auf der Unterseite weitgehend kühl, während der Rechner von Acer gerade oberhalb der Funktionstasten, aber auch an der Unterseite, doch ordentlich warm wird. Das Expertbook B7 von Asus geht einen Mittelweg, bei diesem Rechner machen sich die Lüfter auch bei geringeren Workloads schon bemerkbar, werden aber nie unangenehm laut, wenn auch etwas lauter als diejenigen von Acer. Dafür bleibt das Asus-Gerät ebenfalls ziemlich kühl – zumindest auf der Seite der Tastatur, während die Unterseite doch auch warm werden kann.

Ein Punkt noch bezüglich Asus und Akustik: Auf dem Notebook findet sich eine dedizierte Taste, um AI Noise Cancelling zu aktivieren, so dass bei einem Videocall Umgebungsgeräusche herausgefiltert werden. Laut unseres Gesprächspartners nützt dies beispielsweise bei Musik im Hintergrund eher wenig, hat aber den positiven Effekt, dass das Echo der eigenen Stimme nicht mehr zu hören ist. Ebenfalls praktisch beim Asus-Gerät im Zusammenhang mit Videocalls: Bei einem Teams-Call zum Beispiel wird hinten am Deckel (auf Wunsch) automatisch ein kleines rotes Licht aktiviert, dass der Umgebung anzeigt, dass man nicht gestört werden will – quasi ein «On Air»-Licht am Notebook-Deckel.

Crapware ist ein No-Go

Bevor wir auf die Performance und Akku-Lebensdauer der drei Rechner eingehen, gilt es noch ein leidiges Thema abzuhandeln – Crapware. Wir teilen hier ganz klar die Meinung, dass Crapware ein No-Go ist – das gilt für Consumer-Rechner für wenige Hundert Franken und noch viel mehr für Business-Geräte, die 1500 Franken oder mehr kosten. Littlebit Technology scheint diese Meinung zu teilen, das Axxiv-Notebook wird ohne Software jenseits des Betriebssystems geliefert. Dafür ist das Aria I15A21 als einziger Rechner «nur» mit Windows 11 Home anstelle Windows 11 Pro bestückt, was nicht so recht zur Business-Ausrichtung passt.

Bei Asus hält sich die vorinstallierte Zusatzsoftware zumindest in Grenzen. Asus selbst liefert einige Tools mit wie Expertwidget, mit dem beispielsweise die Tasten 1 bis 4 als Hotkeys definiert werden können. Ebenfalls an Bord ist das Systemdiagnose-Tool MyAsus, wo allerdings ohne die Erstellung eines Accounts nichts geht. Vorinstalliert ist zudem einzig noch McAfee Personal Security – Crapware ist bei Asus also überschaubar.

Übers Zeil hinaus schiesst hingegen Acer. Das beginnt bereits bei der Einrichtung des Betriebssystems, wo auch die Erstellung einer Acer-ID verlangt wird. Eine Überspringen-Option sucht man dabei vergebens, dafür sind die Felder mit den persönlichen Daten bereits mit den Angaben aus dem Microsoft-Benutzerkonto vorausgefüllt. Zwar kann man diese Daten aus den Feldern löschen und ohne das Erstellen einer Acer-ID auf «Weiter» klicken – trotzdem hinterlässt so bereits das Aufsetzen des Rechners einen schalen Beigeschmack. Und es wird nicht besser. Einmal in Betrieb genommen, finden sich auf dem Travelmate Spin P6 «Angebote» wie eine Dropbox User Promotion, die sich prompt auch nach ein paar Tagen meldet mit der Aufforderung, sich doch jetzt für die Einjahres-Gratispromo anzumelden, das Angebot verfalle sonst. Ein paar Tage später meldet sich ein weiteres Fenster, wonach Acer Norton Security Ultra empfiehlt – ein weiteres Stück ungewollte Software. Scrollt man durch die installierten Programme, findet man noch einiges mehr, etwa AxCrypt, Firefox, oder diverse Acer-Tools – sinnvolle und weniger sinnvolle. Zur zweiten Kategorie gehört Acer Jumpstart, ein Progrämmchen, das nichts weiter zu tun scheint, als die Acer-Website mit aktuellen Angeboten aufzurufen. Über Acer User Sensing hingegen kann man einstellen, ob der Laptop erkennen soll, wenn der Nutzer in der Nähe ist, sodass man sich schneller anmelden kann (ein Feature, dass beim Axxiv-Gerät voreingestellt ist). Und über Acer Proshield Plus lassen sich diverse Security-­Funktionen wie Dateiverschlüsselung oder ein USB-Gerätefilter umsetzen.

Auf allen drei Geräten vorinstalliert gefunden haben wir zudem Spotify und Disney+ – Crapware also, die scheinbar mit Windows 11 mitinstalliert wird, sowohl in der Home- als auch in der Pro-Variante. Das war uns so nicht bekannt.

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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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