Start-up People-Analytix: Laufbahnberatung as a Service

Start-up People-Analytix: Laufbahnberatung as a Service

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/04

Fokus Grossunternehmen

Das Start-up fasst insbesondere grössere Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitenden ins Auge. Das sind, so Christoph Küffer, «Unternehmen, die sich in einem Transformationsprozess befinden und erkannt haben, dass die stetige Entwicklung der Belegschaft entlang der Strategie für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens entscheidend ist.»

Die von People-Analytix angebotene Software unterstützt dabei verschiedenste Anwendungsfälle. So erhalten Mitarbeitende etwa einen digitalen Berater zur Seite, mit dem sie sich über aktuelle wie zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten und -empfehlungen informieren können. Die Personalabteilung kann derweil mittels ­einem in die Applikation integrierten Marktplatz innerhalb der Belegschaft kompetenzbasiert nach Kandidaten für Vakanzen oder Projekte suchen. Bei Swisscom werde die Software zum Beispiel dazu genutzt, um die Skillsets der Organisation zu verstehen und Lücken zu identifizieren.

«Manager wie HR können Skill-Gaps in Teams besser erkennen und ihre Mitarbeitenden entlang der Strategie gezielt entwickeln», so Küffer weiter. Und: «Aktuelle Trends aus dem Arbeitsmarkt geben Auskunft, welche Skills in welchen Jobs vermehrt gefragt sind.» Ausserdem lasse sich die Applikation einfach in bestehende HR-Applikationen integrieren und auch an qualitativ hochwertigem Datenschutz- und -sicherheit soll es nicht mangeln.

Geld verdient das Start-up anhand von drei Paketen mit unterschiedlichem Produktumfang und Preisen: Basic, Plus und Enterprise. Kunden zahlen dabei pro Skill-Profil respektive pro Mitarbeiter, welcher die Applikation nutzt. Sämtliche Setup-Kosten (Schnittstellen, Customization) sind in der Jahreslizenz enthalten.

Holokratische Organisation

People-Analytix wurde von drei Parteien gegründet, wobei zwei davon Unternehmen sind. So sind IT-Dienstleister x28 und Integration Alpha am Start-up beteiligt. Dazu kommt die Beratungs-Agentur Peopleworks von Christoph Küffer. Zurzeit beschäftigt People-Analytix 18 Personen. «Zusammen mit den Gründungsfirmen sind wir jedoch über 100 Personen, die People-Analytix tragen und weiter unterstützen», so Küffer.

«Wir sind als Start-up eher holokratisch organisiert, ohne dass wir Holokratie nach den Grundsätzen von Brian Robertson konsequent umsetzen», erklärt Christoph Küffer weiter. «Wir prüfen regelmässig unsere Zusammenarbeit und Prozesse und passen diese entsprechend der Entwicklung des Unternehmens an. Hierarchie kennen wir weniger, Entscheidungen treffen wir dort und dann, wo das Know-how vorhanden ist. Mitarbeitende sind am Unternehmen beteiligt und handeln entsprechend auch unternehmerisch.»

Küffer ist denn auch seit über zwanzig Jahren im Personalbereich tätig: als Fachspezialist, Head Human Resources und zuletzt als Unternehmer. Er ist zudem Mitgründer von Spot Coaching, Buch­autor der Betterboss-Buchreihe sowie Dozent für digitales HR. «Dank der Co-Creation mit vier etablierten Unternehmen gelang der Einstieg in den Markt mit dem MVP relativ gut», erinnert sich Küffer. «Die Erfahrung der letzten drei Jahre zeigt uns aber auch, dass die Time-to-Market im B2B-Geschäft länger dauert, als wir ursprünglich angenommen haben.»

Heute seien 73 Prozent der Nutzer sehr zufrieden oder zufrieden mit der Applikation von People-Analytix. «Wir haben von Beginn an sehr viel Wert auf die Employee Experience gelegt und sind über diesen hohen Wert sehr zufrieden. Der Anteil der wiederkehrenden Nutzer ist ebenfalls hoch und liegt bei gewissen Firmen bei über 80 Prozent», so CEO Küffer. «50 Prozent der User geben an, dass sie aufgrund der gefundenen Erkenntnisse nun konkrete Entwicklungs-Massnahmen einleiten werden. Das Aufzeigen der Skill-Lücken, um auch in Zukunft gerüstet zu sein, sowie die personalisierten Entwicklungsempfehlungen erfüllen also ihre Aufgabe.»

Und die Kundenzufriedenheit soll auch in Zukunft so hoch bleiben, während das Start-up auf Wachstum setzt. «Wir wollen zufriedene bestehende Kunden und viele neue dazugewinnen. Unser ambitioniertes Ziel ist es, der stärkste Anbieter einer KI-basierten Skill-Management-Lösung in Europa zu sein», so Küffer. «Mit Partnerschaften werden wir zudem HR-Lösungen ermöglichen, die weitere Themen wie Knowledge Management oder Employee Engagement in einer Plattform vereinen, sodass Kundennutzen und -Experience möglichst hoch sind.»

Für die Zukunft will das Start-up auch vermehrt in die frühzeitige Erkennung der zukünftig wichtigen Skills in Europa und USA sowie in weitere Analytics-Module und smarte Algorithmen investieren. «Wir wollen auf unserer Plattform die wichtigsten Themen rund um Re- und Upskilling abdecken», meint Küffer. Zum Umsatz verrät er: «Bislang haben wir jedes Jahr unseren Umsatz mindestens verdoppelt. Dies soll auch in den kommenden Jahren so sein. Break-even streben wir für 2023 an.» Und auch weitere Investorenrunden sind geplant. (swe)
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