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Auf dem Weg zurück an die Spitze

Auf dem Weg zurück an die Spitze

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/01

Petal Maps

Petal Maps erinnert im Design und Funktionsumfang stark an Google Maps. Zwar kommt die ­ App noch nicht ganz an Googles Kartendienst heran, lässt sich aber im Alltag ohne Probleme nutzen.
(Quelle: Huawei)
Die Suche ist jedoch nicht der einzige wichtige Dienst, den Google anbietet und Huawei fehlt, und die Chinesen versuchen mit Petal Maps ein weiteres grosses Paar Schuhe zu füllen. Huaweis Kartendienst arbeitet mit Daten von Tomtom, ist aber, was irgendwie ein Widerspruch ist, nur auf Huawei-Geräten nutzbar. Dafür deckt die App über 140 Länder ab und bietet Echtzeit-Updates für den öffentlichen Nahverkehr, zumindest in Grossstädten (ein Feature, das in der Schweiz leider noch nicht verfügbar ist), und Sprachbenachrichtigungen etwa in Englisch und Französisch, nicht aber in Deutsch. Petal Maps kommt mit allem, was man von einer Karten-App erwartet, einschliesslich einem Navigationsmodus, der es Fahrern erleichtern soll, ein bestimmtes Ziel so schnell wie möglich zu finden. Aber ist Petal Maps wirklich in der Lage, Google Maps zu ersetzen?

Eines vorneweg: Es ist ziemlich klar, dass Google Maps immer noch die ausgefeiltere App ist, und es ist nicht überraschend, dass Petal Maps noch einige Verbesserungen braucht, besonders was die Suchfunktion angeht. Mit dem jüngsten Update für Petal Maps hat das chinesische Unternehmen der App aber einige wichtige neue Funktionen hinzugefügt, ein Hinweis darauf, dass sich Huawei hier nicht einfach nur einen Schnellschuss erlaubt, sondern wirklich aktiv an der Weiterentwicklung der Maps-Alternative arbeitet. So liefert Petal Maps nun auch Informationen über Mautstellen, Fähren und andere besondere Stationen entlang der Route. Sinn und Zweck dieser Verbesserungen ist es, eine einfachere Routenplanung zu ermöglichen, vor allem, weil es Nutzern einen besseren Überblick im Voraus verschafft.

Zusätzlich kann Petal Maps die Route direkt auf dem Sperrbildschirm anzeigen, was bedeutet, dass Nutzer einfach den Bildschirm einschalten können, um Informationen über den richtigen Weg zu erhalten. Das macht insgesamt Sinn, denn das Telefon gesperrt zu halten und bei Bedarf zu entsperren, schont den Akku. Petal Maps bietet zudem auch die Möglichkeit, die vorherige Navigationssitzung fortzusetzen, was besonders praktisch ist, wenn die App unerwartet geschlossen wird. Petal Maps bietet also im Grunde alle wichtigen Features, wie etwa eine effiziente Routenplanung und Informationen zu Lokalen, zum Beispiel die Öffnungszeiten von Restaurants, und kann so im Alltag gut als Google-Alternative verwendet werden. Natürlich kann Huawei aber nicht auf die enorme Datenmenge an User Reviews oder, und das ist ein echter Nachteil, auch Echtzeit-Staumeldungen zurückgreifen, die durch die hohe Verbreitung von Google Maps möglich ist. Und im Test fand die App auch nicht für jede Suchanfrage den richtigen Ort in der Schweiz. Wer aber von A nach B kommen will und nicht ins tiefste Hinterland reist, dürfte keine Probleme mit Petal Maps haben. Schade ist hingegen, dass die App nur auf Huawei-Geräten läuft (es besteht zwar die Möglichkeit, die App als .APK-File herunterzuladen, doch zum Laufen brachten wir diese im Test auf einem Nokia-Gerät nicht). Hat man als Nutzer die Wahl, so ist aktuell Google Maps noch zu bevorzugen. Doch das Argument, auf den Kauf eines Huawei-Smartphones zu verzichten, weil man sein Gerät auch für die Navigation, etwa beim Autofahren oder im ÖV, verwenden will, ist mit Petal Maps weitgehend aus dem Weg geräumt.

Huawei Docs

Tabellen aus Excel oder Google Sheets lassen sich problemlos in Huawei Docs öffnen. Zu kovertierungsproblemen kommt es dabei nur selten, und diese können leicht geflickt werden.
(Quelle: Huawei)
Schliesslich startet Huawei mit Docs einen Frontalangriff auf Microsofts Office Suite. Die App kann auch ganz normal aus dem Play Store heruntergeladen werden und funktioniert auf sämtlichen Android-Geräten. Sie unterstützt eine Vielzahl von Formaten. In Sachen Text etwa: .DOC, .DOCX, .TXT, .RTF. Bei Spread­sheets: .XLS, .XLSX, .CSV, .XLT und mehr. Für Präsentationen: .PPT, ­.PPTX oder .PPS. Und auch PDF sowie LOG, C, Java, XML und HTML werden unterstützt.

Ein Feature, auf das Huawei besonderen Wert zu legen scheint, ist die Möglichkeit, Dateien direkt aus der Cloud anzuzeigen und zu bearbeiten, womit die App sich auch als Alternative zu Googles Angeboten eignet. So können lokale Dokumente hochgeladen und Cloud-Dateien direkt aus Docs erstellt werden. Alle neuen Dokumente und Änderungen werden so via Huaweis Cloud Service Hicloud synchronisiert. Das funktioniert tadellos, einziger Vorbehalt hierbei ist, dass man eben Huaweis Cloud-Dienst verwenden muss, was nicht alle Nutzer glücklich machen dürfte. Funktional gibt es daran aber nichts auszusetzen, und es ist verständlich, dass Huawei seinen eigenen Cloud Service pushen will.

Der Name Docs ist allerdings etwas trügerisch, besteht die App doch eigentlich aus drei verschiedenen Programmen: Docs deckt dabei das Erstellen, Anzeigen und Bearbeiten von Textdokumenten ab. Positiv fällt hierbei auf, dass Huawei der noch jungen App eine grosse Feature-Fülle verpasst hat. So bietet sie etwa Möglichkeiten wie das Einfügen von Bildern und Tabellen, das Hinzufügen von Kommentaren, das Verfolgen von Änderungen, das Suchen und Ersetzen von Inhalten sowie das Ändern der Formatierung und des Layouts von Elementen. Dateien können zudem verschlüsselt und entschlüsselt werden.

Das zweite Programm im Programm ist die Tabellenkalkulation, die seit dem neusten Update mit an Bord ist: Damit lassen sich Spreadsheets erstellen, anzeigen und bearbeiten. Huawei spricht von mehr als 300 Funktionen, rund 30 Diagrammstilen und mehreren Formeleditoren. Auf den ersten Blick sieht das ganze sehr ähnlich wie Excel oder aber auch Google Sheets aus. Das sollte aber nicht als Kritik betrachtet werden: Man gewöhnt sich schnell ans User Interface und findet auch alles, was man aus Excel kennt, insofern man kein Poweruser ist.

Und auch in Sachen Präsentationen, der dritten Hauptfunktionalität von Huawei Docs, fühlt man sich schnell heimisch, wenn man man Powerpoint kennt. So gibt es eine Vielzahl von Objekt- und Folienübergangsanimationen und es lassen sich auch Bilder, Audio und Videos einfügen. Mit der Tintenfunktion können Nutzer im Präsentationsmodus zudem direkt auf Folien zeichnen und ebenfalls mit an Bord ist ein Touch-basierter Laser Pointer. Das Ganze ist, geschuldet dem Fokus auf mobile Geräte, etwas limitierter als bei der Konkurrenz – man könnte aber auch sagen: Huawei hat sich hier auf die wichtigsten Features konzentriert. Wer Präsentationen im klassischen Powerpoint-Stil erstellen will, der kann das mit Huawei Docs auf jeden Fall tun.

Was Huawei ebenfalls hoch anzurechnen ist, ist die Möglichkeit, PDFs direkt in Docs anzuzeigen und zu kommentieren. Ausserdem lassen sich alle von Docs unterstützten Datei-Formate ins PDF-Format überführen.

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