Test Center – Asus Expertbook B9

Leichtgewichtiger Dauerläufer

Leichtgewichtiger Dauerläufer

6. Juni 2020 - Mit dem Expertbook B9 hat Asus ein 14-Zoll-Notebook auf den Markt gebracht, das weniger als ein Kilogramm wiegt und dessen Akku hält und hält und hält – im Test bis zu 20 Stunden. Nicht ganz überzeugen kann allerdings das Display.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/06

Nummernblock auf dem Touchpad

Hochwertig – ein passenderes Wort fällt zur Verarbeitung des Expertbook B9 nicht ein. Das Chassis ist aus einer Magnesium-Lithium-Legierung gefertigt und sorgt zum einen dafür, dass das Gerät gerade einmal 992 Gramm auf die Waage bringt, zum anderen, dass es auch ziemlich robust ist. Asus verspricht Zertifizierung nach Militärstandard MIL-STD 810G – was beispielsweise bedeutet, dass der Rechner im Drucktest 30 Kilo aushält, vier Stürze aus einem Meter Höhe in jede Richtung übersteht oder bei 40 Grad Celsius und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit 24 Stunden ein- und ausgeschaltet schadlos überlebt. Nachgetestet haben wir nicht, schliesslich wollte Asus den Rechner zurück, doch der hochwertige Eindruck lässt an der versprochenen Robust­heit keine Zweifel. Ebenfalls gefallen haben zudem die Form des Rechners – ein Block, mit klaren Linien und definierten Kanten, so muss ein modernes Notebook aussehen. Ebenfalls toll finden wir das bereits angesprochene Ergolift-Scharnier, das die Tastatur des Notebooks beim Öffnen des Deckels in eine bequeme Schreibposition hebt.

Um gleich bei der (hintergrundbeleuchteten) Tastatur zu bleiben: Das Notebook ist zwar kompakt, doch die Tasten liegen weit auseinander und kommen mit einem für ein Notebook eher langen Hub, was das Tippen aber sehr angenehm macht. Einzig die Enter-Taste ist ungewohnt klein. Rund um die Tastatur findet sich ausserdem eine weitere Innovation – das Nummernpad. Üblicherweise finden sich Nummerblöcke erst bei 17- oder allenfalls bei 15,6-Zoll-Geräten, auf einem 14 Zoll-Gehäuse fehlt dazu schlicht der Platz. Asus löst das Problem damit, dass das Touchpad auf Knopfdruck in einen LED-beleuchteten Nummernblock verwandelt werden kann, wobei die Helligkeitsstufe durch drücken auf das Symbol oben links am Touchpad angepasst werden kann. Der Nummernblock liefert zwar kein haptisches Feedback, ist aber zur Zahleneingabe trotzdem deutlich komfortabler als über die Zahlenreihe des Keyboards. Und das Touchpad kann trotz aktiviertem Nummernpad normal weiterverwendet werden. Einzig: Während die eigentlichen Tasten des Nummernblocks bestens auf Eingaben reagieren, wollen die Symbole zum Aktivieren und Deaktivieren des Numpads respektive zum Verändern der Helligkeit oft mehr als einmal gedrückt werden, bevor sie ihre Funktion ausüben.

Schwächen beim Display

Das 14 Zoll grosse Display besitzt ein Screen-to-Body-Verhätnis von 94 Prozent und kommt vor allem seitlich mit einem sehr schmalen Rahmen von 4 Millimetern. Oben ist der Rahmen leider etwas breiter, rund 9 Millimeter, was die Ästhetik etwas stört, aber nötig ist, um die Webcam und zusätzliche Mikrophone – Asus hat gleich vier Stück davon in den Rahmen eingebaut – unterzubringen. Das Display im 16:9-Format löst nur mit Full HD auf (1920x1080 Pixel) – andere Hersteller wie Lenovo und HP, aber auch Asus selbst mit seinen ROG-Geräten, liefern hier deutlich mehr und entsprechend sieht ein 4K-Video auf dem Asus-Gerät dann auch nicht so bestechend brillant aus wie auf Geräten mit höherer Auflösung. Aber: Das Expertbook ist für den Business-Einsatz konzipiert, wo Full HD sicherlich allen Ansprüchen genügt. Gefallen hat uns das Anti-Glare-Panel, das unerwünschte Reflexionen weitgehend unterbindet. Im Gegenzug ist uns aufgefallen, dass das Display selbst bei maximaler Helligkeit nicht das Hellste ist – selbst unser fast dreijähriges Dell Latitude wirkt subjektiv heller.

Bei den Lautsprechern hat Asus auf Harman Kardon zurückgegriffen und verspricht echten Surround Sound. In der Tat ist bei einem entsprechenden Video ein Surround-Effekt deutlich hörbar, ausserdem scheppern die Lautsprecher auch bei maximaler Lautstärke nicht. Allerdings ist diese maximale Lautstärke relativ leise – etwa im Vergleich zum erwähnten Dell-Gerät – und natürlich darf man keine Tiefen bei der Sound-Wiedergabe erwarten. Was positiv ist und von Gesprächspartnern auch entsprechend gelobt wurde, sind die Mikros, die über Geräuschunterdrückung zur besseren Videokonferenz-­Qualität verfügen.


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