Test Center – Home-Office-Equipment

Mit vier Zusatzgeräten zum (fast) perfekten Home Office

Mit vier Zusatzgeräten zum (fast) perfekten Home Office

2. Mai 2020 - Wenn die Home-Office-Realität plötzlich Notebook anstelle des grosszügig-ergonomischen Dual-Display-Setups inklusive Gesundheits-Maus im Büro heisst, muss man sich mit Extra-Hardware behelfen. Wir haben uns eine beinahe perfekte Home-Office-Umgebung zusammengestellt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/05

Luxus-Tastatur

Mit über 800 Gramm ist die MX Keys Plus alles andere als ein Leichtgewicht. Die Verarbeitung der Tastatur ist aber top und der Tippkomfort angenehm. (Quelle: Logitech)
Als nächstes zur Maus-/Tastaturkombination, wo Logitech mit der Maus MX Master 3 sowie dem Keyboard MX Keys Plus sein aktuelles Top-Line-up zum Test bereitgestellt hat. Das spiegelt sich auch im Preis wider. Die Tastatur kostet inklusive Handballenauflage 139 Franken, einzig das Modell Logitech Craft, die bis auf den Drehregler praktisch baugleich ist, kostet bei Logitech noch mehr. Und die Maus schlägt mit 129 Franken zu Buche, hier kann man einzig für High-end-Gaming-Mäuse mehr ausgeben. Allerdings bekommt man auch einiges fürs Geld. Und: Die Strassenpreise vor allem für die Maus liegen deutlich unter dem UVP.

Das Keyboard weiss auf den ersten Blick zu gefallen. Das Gehäuse besteht im Wesentlichen aus einer geraden Kunststoffplatte im hochwertigen Alu-Look und wirkt damit äusserst robust und für den mobilen Einsatz gemacht – so hätten wir uns auch das Acer-Display gewünscht. Gegen den mobilen Einsatz der Tastatur spricht allerdings das Gewicht, und zwar nicht zu knapp. Sie wiegt mehr als 800 Gramm und damit fast so viel wie unser Zweit-Display (953 Gramm), ist dafür standfest auf unserem Schreibtisch. Etwas schade ist, dass der Winkel der Tastatur nicht verstellt werden kann – wer seine Tasten also gerne besonders flach oder besonders steil hat, muss sich umgewöhnen.

Die Tastatur ist sehr kompakt, aber komplett bestückt, mit Nummern-Pad und einem Dutzend Funktionstasten, die eine Doppelfunktion als Multimedia-Kontrollen einnehmen, wobei mittels Knopfdruck (Fn+Esc) umgeschaltet werden kann, ob die F- oder die Multi­mediatasten als Default eingestellt sind. Die Tasten sind hintergrundbeleuchtet und Logitech hat einen Annäherungssensor verbaut, sodass die Beleuchtung angeht, wenn die Finger sich in die Nähe bewegen, und wieder ausgeht, einige Sekunden, nachdem die Hände weggenommen wurden. Laut Logitech soll der Akku des Keyboards, das übrigens via USB-C-Kabel geladen werden kann, zehn Tage halten, wenn die Hintergrundbeleuchtung aktiviert ist, und bis zu fünf Monate ohne aktivierte Beleuchtung.
Die Tastatur kann über Logitechs Unifying Receiver respektive Bluetooth für bis zu drei Geräte gleichzeitig genutzt werden, wobei man mittels den sogenannten Easy-Switch-Tasten ganz einfach zwischen den Geräten umschalten kann. Wer auf mehreren Rechnern gleichzeitig arbeitet, wird dies zu schätzen wissen. Dazu aber später noch mehr. Über die Logitech Options Software können zudem Teile der Tastatur angepasst werden – die Funktions-Tasten etwa oder die Schnelltasten für Taschenrechner oder das Erstellen eines Screenshots.

Last but not least zum Schreibgefühl, dessen Wahrnehmung natürlich subjektiv ist. Das Tippgefühl der MX Keys lässt sich am besten mit dem eines Laptop-­Keyboards vergleichen, wobei man natürlich mehr Platz hat und auch das Anschlaggefühl eine Ecke besser ist, sofern man nicht den deutlich weiteren Anschlagweg einer mechanischen Tastatur sucht. Der Anschlag der MX Keys ist eher weich, fühlt sich aber gut an, und gesamthaft stimmt der Komfort, nicht zuletzt dank der feinen Ausbuchtung, die sich auf jeder Taste findet. Es gibt leisere Tastaturen, vor allem die Leertaste hört man selbst bei sanftem Anschlag – allerdings jammern wir hier auf hohem Niveau. Eine Empfehlung ist die optionale Handballenauflage, die frei platziert werden kann und dem Tippkomfort nochmals zuträglich ist.

Multi-Rechner-Maus

Über die Farbe lässt sich streiten, aber das Scrollrad der Maus MX Master 3 ist ein Segen, und die Maus liegt – wenn auch etwas schmal – hervorragend in der Hand. (Quelle: Logitech)
Bei der Maus hat uns Logitech ein Test­exemplar in der Farbe mausgrau – Logitech nennt sie mittelgrau – zukommen lassen, vermutlich um den Lagerbestand abzubauen, denn wirklich schön ist die Alternativfarbe zum Standard-Anthrazit nicht. Aber Farbe ist ja bekanntlich Geschmacksache. Geschmackssache ist zu einem gewissen Mass auch die Form einer Maus. Was uns bei der MX Master 3 sehr gut gefallen hat, ist die Länge der Maus – eine durchschnittlich grosse Männerhand findet komplett Platz drauf, passend auch die Höhe, und die Ablage für den Daumen. Allerdings hätten wir uns die Maus ein wenig breiter gewünscht, so dass zumindest der Ringfinger nicht bereits auf dem Tisch aufliegt.

Highlight der MX Master 3 ist das sogenannte Magspeed-Rad, das Logitech schon vor mehr als einer Dekade als Free-Spin-Modus eingeführt und seit damals weiterentwickelt hat. Im Wesentlichen rastet das Mausrad aus, wenn man ein wenig stärker dran dreht, so dass man in Windeseile durch lange Listen, Webseiten oder Dokumente scrollen kann. Wer diese Funktion einmal genutzt hat, wird sie nicht mehr missen wollen. Das aktuelle Magspeed-Rad soll bis zu 1000 Zeilen pro Sekunde durchlaufen können, es funktioniert praktisch lautlos und ist zudem überaus präzise.
Eine weitere Besonderheit der Maus ist das Daumenrad, das in der Standardeinstellung für horizontales Scrollen verwendet werden kann. Wie beim Magspeed-Rad sowie den zahlreichen weiteren Zusatztasten lässt sich die Funktionalität das Daumenrades App-spezifisch anpassen. In Photoshop etwa kann man die Pinselgrösse damit ändern, in Word zoomen oder im Browser (leider nicht in Firefox) zwischen Registerkarten wechseln. Eingestehen müssen wir allerdings, dass wir dieses Rad unabhängig der App kaum gebraucht haben – der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, und wir konnten uns im Testzeitraum nicht umgewöhnen. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig (und abgesehen vom Test kaum verwendet) ist die Gestentaste unter dem Daumen. Wird dieser Knopf gedrückt, kann man Gestenbefehle verwenden, also zum Beispiel das Startmenü von Windows 10 aufrufen oder zwischen Desktops wechseln.

Der Akku, der mittels USB-C geladen wird, soll bis zu 70 Tage halten, und ist er einmal leer, soll eine Minute laden für drei Stunden Arbeit reichen. Wie auch die Tastatur kann die MX Master 3 mit bis zu drei Geräten verwendet werden, ein entsprechender Umschaltknopf findet sich an der Unterseite der Maus. Und als letzte erwähnenswerte Besonderheit muss man Logitech Flow erwähnen – ein Bestandteil der Logitech Options Software. Logitech Flow erlaubt es, mit einem Gerät ohne Umschalten mehrere Computer zu steuern und gleichzeitig Dateien auszutauschen. Dazu müssen die Rechner, die gemeinsam gesteuert werden sollen, im selben WLAN oder Ethernet-Netzwerk sein – wobei es keine Rolle spielt, wenn, wie zum Beispiel in unserem Setup, der Desktop via Kabel mit dem Router verbunden ist und das Notebook via WLAN. Aktiviert ist Flow auf Knopfdruck, und einmal eingerichtet, braucht man keinen Pairing-Knopf mehr zu drücken, um die Maus auf verschiedenen Rechnern zu verwenden, Stattdessen fährt man einfach über den Display-Rand hinaus, und schon kann die Maus auf dem nächsten Rechner genutzt werden. Dabei kann definiert werden, ob Rechner Nummer zwei links, rechts, unter- oder oberhalb Rechner Nummer eins steht. Optional kann auch eingestellt werden, dass erst dann gewechselt wird, wenn gleichzeitig die Umschalttaste gedrückt wird. Ebenfalls in den Optionen kann man definieren, dass mit der Maus auch die MX-Keys-Tastatur mitwechselt – was richtig cool ist, genauso wie die Copy&Paste-Funktion, um ganz einfach Files zwischen den Rechnern hin und her zu kopieren. Drag&Drop funktioniert derweil nicht, dafür kann man zum Beispiel auf einem Gerät einen Screenshot machen, der auf dem anderen Rechner in eine Mail eingefügt wird. Darum: Wer mit mehreren Rechnern gleichzeitig arbeitet, dem sei ein Flow-fähiges Logitech-Setup ans Herz gelegt.

Kommentare

Dienstag, 23. Juni 2020 LogitechNutzer
Die Funktion der Daumentaste lässt sich in der zugehörigen Software anpassen. Schon bei der Vorgängermaus löste bei mir die Daumentaste die Funktion der Enter-Taste aus. Ich verwende die Daumentaste regelmässig und bin immer wieder froh über diese Taste.

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