Interview: "Immer mehr Schweizer KMU setzen darauf, sich zu transformieren"

Interview: "Immer mehr Schweizer KMU setzen darauf, sich zu transformieren"

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/11
Im wichtigen Fokusthema "New Leadership" im Rahmen der "Industrie 4.0" müssen sich viele Schweizer Unternehmen dem Spagat und der Agilität zwischen "erfolgreicher Tradition und noch chancenreicherer Innovation" stellen. Wie schaffen die Schweizer Unternehmen und die in Verantwortung stehenden Führungsebenen das – vor allem die KMU –, ohne beim "Hochseilakt" abzustürzen?
Es tönt alles immer sehr schwierig und komplex. Doch, wie eingangs erwähnt, eigentlich geht es hier um Kernkompetenzen von Schweizer KMU: Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Kreativität. Wir sind keine Spezialisten in der Managementberatung, doch wir sehen, dass viele unserer Kunden vorankommen, wenn sie sich nicht übernehmen, sondern Schritt für Schritt vorangehen. Niemand muss von heute auf morgen die ganze Organisation umbauen. Man kann doch ausprobieren, experimentieren.

Mindsets und Strategien zur erfolgreichen Digitalisierung / Industrie 4.0 funktionieren am besten wie Fallschirme – wenn sie offen sind. Was raten Sie diesbezüglich den Schweizer Unternehmen und vor allem der Führung? Was für Impulse geben Sie denen mit auf ihren Weg?
Zunächst einmal, dass niemand das Rad neu erfinden muss. Gute Ideen für neue Konzepte gibt es in der eigenen oder sogar in anderen Branchen vielleicht schon. Wir raten dazu, dass sich Führungsleute mit anderen austauschen, sich inspirieren lassen. Wenn wir zum Beispiel eine Geschäftsreise organisieren – eine unserer klassischen Dienstleistungen –, dann setzen wir nicht nur individuelle Termine für Behörden und Entscheider auf, sondern bringen auch immer Exporteure und ansässige Firmen vor Ort zusammen.
Sind "neue Geschäftsmodelle" überhaupt noch möglich ohne Digitalisierung im international umkämpften Markt?
Grundsätzlich ja – die Digitalisierung, der Einsatz neuer Technologien darf kein Selbstzweck sein. Es muss darum gehen, wichtige Kundenbedürfnisse im Zielmarkt zu befriedigen, darum, neue clevere Geschäftsmodelle zu finden, mit denen sich auch Geld verdienen lässt. Häufig helfen Technologien dabei, das auf neue und attraktive Art und Weise zu tun – wenn etwa ein Produkt nicht verkauft wird, sondern als Dienstleistung gemietet werden kann, kann dies Fixkosten für den Abnehmer reduzieren. So macht es etwa Elite SA, ein KMU, das Luxusmatratzen herstellt, aus Aubonne. Doch es kann auch Geschäftsmodelle geben, wo dies noch nicht so bedeutsam ist. Allerdings darf man sich da nicht in falscher Sicherheit wiegen, schliesslich beobachten wir heutzutage immer häufiger, dass Technologiefirmen in ganz andere Branchen eindringen – und deren Player überraschen.

Wie beurteilen Sie die Regulierungsdichte und Digitalisierungsreife der Schweiz, auch unter dem Aspekt von dosierter Risikobereitschaft? Verbannen wir die Zukunft und Innovation ins Ausland? Sind und bleiben wir "Leaders" oder werden wir nur noch "Followers"?
Die Schweiz ist einer der weltweiten Innovationsführer, das ist Fakt. Und genau deshalb haben wir auch das Zeug, zum Innovationsführer für Geschäftsmodelle zu werden.

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