CIO-Interview: "Ich habe eine ­neuartige Führungs­kultur etabliert"

CIO-Interview: "Ich habe eine ­neuartige Führungs­kultur etabliert"

Artikel erschienen in IT Magazine 2016/12
Können Sie etwas zu solchen Projekten erzählen?
Für Mitarbeiter aus dem SAP-Umfeld ist das spannendste Projekt aktuell die Transformation unserer gesamten ERP-Landschaft von R/3 in Richtung Hana. Wir tauschen dabei nicht nur den Datenbank-Stack aus, sondern wir versuchen gezielt, aus rund 20 Systemen vier Systeme zu machen.
Daneben arbeiten wir daran, unser Dealer Management System, eine Applikation für grössere Garagen, so zu erweitern, dass wir auch den gesamten After-Sales-Prozess damit abdecken können. Dazu wird die Applikation, die ebenfalls auf SAP basiert, neu entwickelt und es werden Themen adressiert, die komplett neu und äusserst spannend sind – beispielsweise die papierlose digitale Werkstatt. Ein weiteres unserer unzähligen Projekte betrifft das Thema Online Sales. Im Occasionsgeschäft gibt es neu eine sogenannte Remarketing-Plattform, auf der Occasions-Autos beispielsweise von Flottenkunden im Auktionsverfahren an Garagen vermarktet werden. Hier haben wir wirklich ein tolles Online-Sales-Portal bauen können. Und dann gibt es verschiedene Projekte im Dunstkreis von CRM, welche ebenfalls das Thema Digitalisierung und damit die veränderten Informationsprozesse und Kaufentscheide der Kunden betreffen. In dem Zusammenhang treibt uns auch das Thema Business Intelligence an. Autos generieren immer mehr Daten, wir haben immer mehr Daten über unsere Kunden und deren Verhalten, und wir beschäftigen uns intensiv mit Themen wie Predictive Analytics, um etwa aufgrund eines bestimmten Verhaltens zu erkennen, dass ein Kunde auf dem Absprung ist oder um zu wissen, was wir tun müssen, damit ein Kunde bleibt. Und nicht zu vergessen: Es gibt noch ein grösseres Collaboration-Projekt, in dessen Rahmen wir unsere Mitarbeiter mit den neuesten Produkten aus dem Hause Microsoft beglücken – angefangen bei Sharepoint über Office 2016, Onenote und Onedrive for Business bis hin zu Skype.
Wird hier eine bestehende Lösung ­abgelöst?
Ja, wir lösen mit Hilfe von Swisscom die Lösung Confluence von Atlassian ab.

Zum Thema Kosten: Wir haben im Frühling 2012 an dieser Stelle Ihre Vorgängerin interviewt, und sie erklärte damals, dass das IT-Budget weniger als 1 Prozent des Gesamtumsatzes bei Amag ausmache und aufgrund des Kostendrucks in der Autobranche tendenziell eher sinke. Wie sieht die Situation heute aus?
Nun, der Kostendruck ist noch einmal massiv gestiegen. Das Informatik-Budget aber ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen – und zwar überproportional im Verhältnis zum Umsatz. Heute beträgt das IT-Budget zwischen 1,3 und 1,4 Prozent des Gesamtumsatzes.

Können Sie das erklären?
Sehen Sie, wenn man neu so einen Job übernimmt, muss man versuchen, sich relativ schnell so aufzustellen, dass man das Gefühl hat, Erfolg haben zu können. Als ich den Job übernommen habe, war die IT von Amag vor allem auf Kosten­effizienz getrimmt. Ich aber habe die Prioritäten anders gesetzt und meinem Vorgesetzten klargemacht, dass investiert werden muss, um Innovationen voranzutreiben. Diese Botschaft wurde natürlich nicht gerne gehört und stiess auf Widerstand, aber letztlich ist sie doch durchgedrungen. Heute sind wir soweit, dass unser CEO Morten Hannesbo dieses Jahr sogar als das Jahr der Digitalisierung erklärt hat.

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