CIO-Interview: «Die Schweizer Verwurzelung spielt eine Rolle»

CIO-Interview: «Die Schweizer Verwurzelung spielt eine Rolle»

Artikel erschienen in IT Magazine 2016/06
Für was ist das Informatik-Team bei Athleticum verantwortlich?
Wir sind mit vier internen Mitarbeitern relativ schlank aufgestellt. Wir stellen die Verfügbarkeit der Services das ganze Jahr hindurch rund um die Uhr sicher und übernehmen Support-Aufgaben, Pikett-Dienst, Arbeiten in den Bereichen ERP und POS sowie die Operations sämtlicher Services. Weiter haben wir 200 Stellenprozente im Bereich Netzwerk und Server an Techlan ausgelagert.

Das Viererteam dürfte mit dieser Aufgabenbreite sehr ausgelastet sein.
Das ist wahr. Die Aufgabendichte verlangt oft sehr viel Flexibilität von meinen Mitarbeitern. Ohne ein zu 100 Prozent motiviertes Team wäre das nicht möglich. Gerade unser altes, Batch-basiertes Warenwirtschaftssystem verlangt oft einen grossen Effort zu nächtlichen Stunden.

Wie finden Sie ein topmotiviertes Mitarbeiterteam, welches den ganzen Effort mitmacht?
Innerhalb der letzten Jahre hat sich die Informatikabteilung entsprechend entwickelt und es ist ein super Team mit einem hervorragenden Geist entstanden. Zudem ist es in der Informatikabteilung von Athleticum ein wenig ein Geben und Nehmen. Wenn jemand in der Nacht einen Einsatz hatte, dann kann er das auch wieder kompensieren. Diese Flexibilität steht jedem aus unserem Team zu.
Was sind die Besonderheiten der IT von Athleticum?
Der Detailhandel steht heutzutage unter einem sehr grossen Kosten- und auch Zeitdruck. So muss man im Detailhandel immer schnell reagieren können, da sich die Branche in einem stetigen und sehr schnellen Wandel befindet. Das ist bei uns nicht anders. Wir haben häufig nicht so ausgeprägte Strukturen, so dass man schnell und dynamisch reagieren muss. Dementsprechend sollte man Projekte mit einem gewissen Pragmatismus, aber auch einer gewissen Qualität angehen. Es ist eine Gratwanderung zwischen Struktur, Qualität, Nachhaltigkeit und Kostendynamik. Das ist das A und O unserer Branche. Andererseits bringen diese Strukturen auch Vorteile. So haben wir relativ kurze Kommunikationswege und die Entscheidungen werden dadurch nicht gelähmt.

Mit welchen Projekten beschäftigen Sie sich im Moment?
Wir haben einige Projekte in der Pipeline und auch schon diverse Evaluationen abgeschlossen. Zu den evaluierten Themen gehört beispielsweise die Erneuerung des ERP-Systems, bei dem wir wie gesagt auf eine Microsoft-Lösung setzen wollen. Dann haben wir ein paralleles Projekt im Bereich Point of Sale, bei dem wir uns für eine neue Kassensoftware entschieden haben. Heute ist der Backoffice-Bereich zusammen mit der Kasse eine Lösung, was wir für die Zukunft aber aufsplitten wollen. Beide Projekte sind inzwischen in der Implementierungsphase. Obwohl die beiden Implementierungen unabhängig voneinander sind, haben wir geschaut, dass sie relativ zeitnah in den Filialen eingeführt werden. So können wir die unausweichlich entstehenden Problemchen, die es bei jeder Neueinführung gibt, konsolidiert angehen. Im Notfall schauen wir, dass man in den Filialen jederzeit auf das alte System zurückgreifen kann. Das ist zwar ein Mehraufwand für uns in der IT, beruhigt aber die Nutzer vor Ort. Darüber hinaus implementieren wir seit einiger Zeit schon ein PIM-System und zusammen mit Swisscom und Cisco sind wir momentan an der Ausarbeitung eines WLAN-Infrastruktur-Projekts für die Stores. Das ist sicherlich auch im Bezug auf die Multi-Channel-Thematik ein wichtiges Thema und ermöglicht in Zukunft unter anderem Neartime-Prozesse. Und wir planen die Verlagerung des ganzen firmeninternen Office 365 in die Cloud.

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