Mit E-Mails Geld verdienen

Mit E-Mails Geld verdienen

Artikel erschienen in IT Magazine 2015/06

Kundengewinnung mit Werbung

Neben den finanztechnischen Schwierigkeiten macht dem Ningo.me-Geschäftsführer vor allem die Innovation des Bezahlens für elektronische Kommunikation selbst zu schaffen. Den Leuten sei es bislang völlig fremd, Geld zu fordern, damit andere Personen sie kontaktieren dürfen. Einige Interessenten hätten gar moralische Bedenken geäussert. «Die Menschen sind es sich gewohnt, dass E-Mails kostenlos sind, weshalb es Ningo.me schwer hat, sich durchzusetzen», so Schucan.
Um die Verbreitung und Nutzung des Dienstes voranzutreiben setzt Ningo.me auf Werbung. Einen besonderen Vorteil liefert Schucan dabei der Umstand, dass er bereits über eine erfolgreiche Web-App namens Shrib.com verfügt. «Da die App mir gehört, kann ich selbst entscheiden, welche Werbung ich wem unter welchen Bedingungen und in welcher Form anzeige. Dies bietet mir die ideale Voraussetzung, um potentielle Kunden auf Ningo.me zu lotsen», erklärt er.

Steigern der Nutzerfreundlichkeit

Werbung ist aber nicht die einzige Massnahme, mit der der Ningo.me-Gründer zusätzliche Kunden gewinnen möchte. In Planung ist zudem die Möglichkeit, die Ningo.me-E-Mail-Adresse mit der eigenen Domain zu verknüpfen. Des weiteren sollen der Funktionsumfang weiter reduziert beziehungsweise Features versteckt werden, um die Benutzerfreundlichkeit zu steigern. Letzteres sei nötig, da er bei der Umsetzung des E-Mail-Dienstes einen ungewöhnlichen Weg gewählt habe, meint Schucan. «Ich war zu Beginn vielleicht etwas urschweizerisch geprägt und wollte erst meinen Dienst zur Perfektion bringen, bevor ich ihn für die Masse öffne. Da ich aus diesem Grund lange mit Usability-Tests zugewartet habe und stattdessen nach eigenem Gutdünken stetig neue Funktionen hinzugefügt habe, hat sich schliesslich herausgestellt, dass Ningo.me zu überladen ist», erzählt der Unternehmensgründer ehrlich. «Ich musste daher seit der Veröffentlichung des Dienstes vor gut einem Jahr viele Features zusammenstreichen. Diesen Vereinfachungsprozess werde ich in naher Zukunft fortsetzen.»
Trotz der harten Lektionen, die Schucan während der Umsetzung seines E-Mail-Dienstes erteilt wurden, glaubt er daran, dass sich das Bezahlen für elektronische Kommunikation in Zukunft durchsetzen wird. Er hofft, dann Teil dieser Bewegung zu sein. Bislang wurden jedoch noch keine Transaktionen getätigt. Um sich einen Namen machen zu können, benötigt Schucan seiner Ansicht nach erst einen Benutzer, der den Dienst effektiv lukrativ nutzen kann. «Von diesem Benutzer aus wird der Dienst dank Mund-zu-Mund-Propaganda zu einem Selbstläufer», ist er überzeugt.

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