CIO-Interview: «Wenn die IT ausfällt, wird es hektisch»

CIO-Interview: «Wenn die IT ausfällt, wird es hektisch»

8. Februar 2015 - Das Interview führten Michel Vogel und Ann-Kathrin Schäfer

Konrad Zöschg und sein Team helfen im Hintergrund Tag für Tag mit, damit am Flughafen Zürich tausende Passagiere pünktlich fliegen und landen können.
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/01
Wie gehen Sie mit Passagierdaten um?
Die sensiblen Passagierdaten sind und bleiben immer bei den Airlines. Wir haben nur die Informationen über die Passagiere, die man auch auf der Boardkarte findet. Und die speichern wird nur während der Zeit, in der sich der Reisende am Flughafen befindet. Sonst haben wir keine Passagierdaten.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Airlines?
Die Zusammenarbeit ist sehr intensiv. Wir stehen im täglichen Austausch. Es ist so, dass wir den Airlines am Flughafen Zürich die gesamte IT-Infrastruktur zur Verfügung stellen und gleichzeitig zusammen mit ihnen die ganzen Anbindungen an ihre Hauptsysteme aufbauen und sicherstellen – weltweit. Die grosse Herausforderung dabei ist, dass die ganzen Daten von Gepäck und Passagier in Sekundenbruchteilen immer online sein müssen, also möglichst schnell mit dem Hauptsystem einer Airline zum Beispiel in Denver, London oder Singapur abgeglichen werden müssen.
Das klingt tatsächlich nach recht intensiver Arbeit. Auf was für ein Team können Sie da zurückgreifen und wie ist die IT des Flughafens Zürich organisatorisch aufgebaut?
Wir sind rund 120 IT-Mitarbeitende und decken ein sehr breites Portfolio ab. Ich glaube, dass es eines der breitesten ist, das man in der Schweiz überhaupt finden kann. Zudem ist das breite Portfolio gepaart mit einer hohen Komplexität. Wir haben viele Zahnräder, die ineinandergreifen müssen. Aufgestellt sind wir so, dass wir ein Betriebsteam haben, das den zentralen Support sicherstellt. Dann haben wir ein Team, das für das Engineering der ganzen Infrastruktur verantwortlich zeichnet. Dazu gehören zum Beispiel die ganzen Netzwerk- und Server-Infrastrukturen. Weiter haben wir ein Team für die Betreuung der Applikationen für aviatische und nicht-aviatische Prozesse. Und dann gibt es noch ein Team für die ganzen betriebswirtschaftlichen Themen. Aus diesen vier Hauptblöcken stellen wir den laufenden Betrieb und die ganze Weiterentwicklung sicher. Zusätzlich haben wir noch zwei Teams, die sich um den Verkauf beziehungsweise übergreifende IT-Architekturen kümmern.

Setzen Sie auch auf externe Partner?
Wir machen sehr viel selber. Einerseits ist es für uns wegen Zutrittsberechtigungen und Sicherheitsbestimmungen aufwändig, externe Partner an Bord zu holen. Andererseits ist es mir wichtig, dass sowohl das technische Know-how als auch das Wissen, wie ein Flughafen funktioniert, inhouse vorhanden ist. Das ist aktuell der Fall und erlaubt es uns, optimale Lösungen bereitzustellen.

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