Meierhans meint: Wie das mobile Drucken, so das Internet der Dinge

Meierhans meint: Wie das mobile Drucken, so das Internet der Dinge

Artikel erschienen in IT Magazine 2014/03

Mobilität in proprietären Grenzen


Dass man die Druckerhersteller nicht zweimal bitten muss, uns aus der 4- bis 10-Zoll-Patsche zu helfen, versteht sich von selbst. Wie sie das tun, lässt allerdings nicht nur ernsthafte Zweifel aufkommen, wie ernst das mit der Mobilität denn nun wirklich gemeint sei.
Angesichts der üppig spriessenden Insellösungen muss man sich vielmehr fragen, ob die prognostizierten Segnungen eines intelligenten Internets der Dinge ganz generell nie über den Status von Visionen hinauskommen werden. Wenn selbst eine einzelne, in sich abgeschlossene Funktion wie das Ausdrucken von standardisierten File-Formaten per jedem Smartphone auf jedem Drucker am proprietären Babylon der Hersteller scheitert, wie soll sich dann je das Garagentor mit dem Fernseher, der Verkehrsampel, dem Billetautomaten und dem Kochherd verstehen?

Services statt universelle Verständigung


Das mobile Drucken legt die grundsätzliche Schwäche der Internet-of-Things-Vision gnadenlos offen: Es reicht nicht, dass man mit den Internetstandards eine gemeinsame Datenaustauschebene gefunden hat. Damit die Dinge wirklich zusammenspielen, müssen sie auch auf der funktionalen Ebene die gleiche Sprache sprechen. Und nicht nur das; sie müssen sogar über einen weitgehend identischen Wortschatz verfügen. Dafür müssten sich die vielen unterschiedlichen Industrien nicht nur auf gemeinsame Standards einigen, sondern diese auch konsequent und ohne herstellerspezifische Erweiterungen umsetzen.
Das ist, wie die IT-Erfahrung lehrt, aller entsprechenden Industriekonsortien zum Trotz ausgesprochen unwahrscheinlich oder würde, falls es doch gelingen sollte, Jahre in Anspruch nehmen. Viel eher werden wir uns in Zukunft – genau wie in der
Mobile-Printing-Gegenwart – mit einer wachsenden Anzahl von Cloud-Services herumschlagen, die uns die Übersetzungsarbeiten zwischen den Systemen gegen einen periodischen Obulus abnehmen. Und irgendwann wird es dann Services geben, die all die Services verbinden und Services der Service der Services und... Ob sich das unter dem Strich mit einer gesteigerten Produktivität oder einem grösseren Komfort aufrechnen wird?
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