Innovation versus Effizienz: Mit Best Practices aus dem Dilemma

Innovation versus Effizienz: Mit Best Practices aus dem Dilemma

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/05

Neues muss auf Bestehendem aufbauen: der Glueware-Ansatz

Wen wundert‘s, dass die Risikoaversion der Unternehmen gegenüber neuen technologischen Ansätzen gestiegen ist. IT-Innovation muss deshalb methodologisch an einem ganz anderen Ort ansetzen.
Um eine geschäftsorientierte Art der IT-Modernisierung zu ermöglichen, wurden im letzten Jahrzehnt klassische Middleware-Ansätze weiterentwickelt. In Verbindung mit modernen Modell-basierten Verfahren ist so eine Integrationsmethode ohne Medienbruch von der Spezifikation über die Entwicklung bis hin zum Betrieb entstanden: Glueware. Sozusagen ein dynamischer Klebstoff für geschäftsorientierte Prozessintegration.
Dank des konsequenten Einsatzes von grafischen Modellen, die von allen Verantwortlichen verstanden werden können, rückt die Technik beim Glueware-Ansatz zugunsten von Kommunikation, Prozessdesign und fachlicher Integration in den Hintergrund. Programmierung als teures, personenabhängiges Handwerk wird in einer wiederverwendbaren Form gekapselt und damit ihr Wert für das Unternehmen gesteigert. Durch den Glueware-Ansatz wird eine Industrialisierung der Softwareentwicklung möglich, und es lassen sich die verschiedensten Aspekte der Prozessintegration in einem hochintegrierten Lebeszyklus vereinigen (s. Abbildung 1).
Fachspezialisten im Unternehmen, die das entsprechende Prozess-Know-how mitbringen, bekommen so ein Werkzeug, mit dem sie effizient in den Betrieb eingreifen und Innovationen direkt umsetzen können. Vor allem aber setzt Glueware auf Bestehendem auf, denn es geht hier vor allem darum, aus einer bereits produktiv genutzten Applikationslandschaft schrittweise – und kontrolliert – Mehrwert zu schöpfen, indem diese zu neuen, flexibleren Prozessen verdrahtet wird, welche das Unternehmen agiler und geschmeidiger machen. Mit dem Glueware-Ansatz werden bestehende IT-Investitionen also flexibilisiert und veredelt.

Innovation braucht Motivation


Wer mit Innovationen positive Erfahrungen gesammelt hat, wird festellen, dass Erfolg immer wieder mit denselben Verhaltensmustern gepaart ist. In der Regel sind es einzelne Mitarbeitende, so genannte „Champions“, welche sich durch Fachkenntnis, Enthusiasmus und sicherlich auch mit einer Prise politischem Geschick den Freiraum schaffen, eine wirklich neue Geschäftsidee auszuprobieren. Natürlich sieht der Champion darin auch eine Chance, sich persönlich im Sinne seiner positiven Karriereentwicklung zu exponieren.
Findet sein Vorschlag auf der oberen Führungsebene Gehör, fängt die Arbeit jedoch erst an. Die Begeisterung auf gleicher Stufe unter den Kollegen auszulösen, ist ungleich schwieriger. Man begegnet dem Champion meist mit Skepsis.
Entscheidend ist es deshalb an dieser Stelle, dass die Innovation nicht als Sandkastenübung verharrt, sondern konkret fassbar gemacht wird. Genau dies ist beim Glueware-Ansatz relativ einfach möglich: Der neue Prozess wird im Rahmen eines wirtschaftlich nützlichen „Proof-of-Concept“ direkt auf den produktiven Systemen umgesetzt, so dass die Veränderung für alle Verantwortlichen erfahrbar gemacht werden kann. Auf diese Weise kommen dann immer mehr Projekte zustande, die zur Nachahmung animieren und es entsteht eine Innovationskultur.

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