CIO-Interview: «Wir entwickeln und betreuen unser ERP selbst»

CIO-Interview: «Wir entwickeln und betreuen unser ERP selbst»

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/06
Wie muss man sich das denn vorstellen, wenn ein Lastwagen an die IT angebunden ist?
Jeder Lastwagen hat einen Industrie-PDA an Bord. Auf diesem werden dem Fahrer bei Arbeitsbeginn alle Aufträge angezeigt, die für ihn anstehen. In Verbindung mit dem Navi werden die einzelnen Posten für den Tag dann abgearbeitet, inklusive Rückmeldungen an die Zentrale. Diese Informationen helfen uns unter anderem dabei, unsere Qualität zu messen. Ausserdem sieht der Kunde innert Minuten, ob und wann Ware geliefert wurde. Zusätzlich erfassen wir die GPS-Daten, so dass wir immer wissen, wo unsere Fahrzeuge sind. Das ist fürs Disponieren wichtig, wenn man etwa kurzfristig einen Auftrag einschieben muss. All dies geschieht über diesen PDA. Jedoch muss auch gesagt werden, dass wir mit diesen Geräten an technische Grenzen stossen, weil immer mehr Inhalte abgebildet werden müssen.

Haben Sie bereits einen Ausweg aus dieser Problematik gefunden?
Natürlich beobachten wir den Erfolg von Tablets wie dem iPad – nicht nur der Geräte, sondern auch der Apps und ihrer Logik dahinter. Für uns eröffnen sich hier neue Denkmöglichkeiten, wie wir unsere Anforderungen abbilden könnten. Gleichzeitig können wir davon ausgehen, dass sich unsere Anwender – sprich die Fahrer – bereits privat mit der Software-Logik und dem Bedienkonzept von Tablets auseinandergesetzt haben. Konkret bedeutet das: Der Ausbildungsaufwand für die Benutzung solcher Geräte würde signifikant sinken. Denn auf den Geräten, die heute verwendet werden, ist die Mensch-Maschinen-Schnittstelle noch sehr IT-lastig und lässt jeglichen Anreiz, das Gerät gerne zu bedienen, vermissen. Entsprechend ist es logisch, dass wir die ganze Tablet-Entwicklung beobachten und in unsere Überlegungen mit einfliessen lassen.
Aber Projekte mit Tablets laufen noch nicht?
Nein, Pilotprojekte laufen heute noch keine, und es ist auch nichts konkret in Planung. Wie gesagt, wir beobachten die Entwicklung.

Haben Sie denn bereits Geräte angeschaut?
Wir haben schon Geräte angeschaut, aber nichts gefunden, das passen würde.

Weshalb nicht?
Apple hat mit dem iPad sicher ein hervorragendes Gerät. Jedoch würden wir uns wünschen, dass Apple-Geräte offener wären für die Entwicklung. Auch im Android-Bereich gibt es sehr gute Geräte, jedoch passt Android nicht unbedingt in unser IT-Konzept. Wir sind sehr Microsoft-lastig, entsprechend würde ein Windows-8-Tablet am besten passen. Doch die sind bekanntlich ja noch nicht verfügbar.

Wie sehen Ihre Anforderungen an so ein Gerät sonst noch aus?
Es müsste sicher Vibrationen aushalten können, ausserdem muss es für den Einsatz in der Fahrerkabine mit einem breiten Temperaturbereich umgehen können. Und das Gerät muss über offene Schnittstellen verfügen, denn wir müssen vermutlich eigene Software aufspielen und auf Anschlüsse wie den USB-Port zugreifen können.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER