CIO-Interview: «Man wird dieses Jahr von uns hören»

CIO-Interview: «Man wird dieses Jahr von uns hören»

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/01
Sie haben zuvor selbst erwähnt, dass Sunrise vor allem im Consumer-Bereich wahrgenommen wird. Sunrise hat ja in den letzten Jahren primär auf diesen Bereich fokussiert. Jetzt soll der Geschäftskunde wieder vermehrt in den Vordergrund rücken. Warum verfolgt Sunrise einen solchen Zickzack-Kurs in einem Geschäft, in dem Nachhaltigkeit so wichtig wäre?
Sunrise hat immer grossen Wert auf Geschäftskunden gelegt und hier gute Arbeit geleistet. Doch es stimmt: Die Kommunikation nach aussen – die Werbung, die gemacht wurde – war vor allem auf den Residential-Bereich ausgerichtet. Wenn man aber wachsen und neue Kunden gewinnen will, muss man die gute Arbeit auch nach aussen kommunizieren. Ich spüre heute in Gesprächen mit potentiellen Geschäftskunden, dass vielfach nicht bekannt ist, dass Sunrise eine Alternative zu Swisscom darstellt.

Also fehlt Sunrise die nötige Wahrnehmung im Business-Bereich?
Entscheidend für mich ist, dass sowohl Eigentümer wie auch Verwaltungsrat und unser CEO eine sehr klare Sicht der Dinge haben. Und diese Sicht ist dieselbe wie auch meine, nämlich, dass wir im Business wachsen wollen. Dass die Organisation zuerst noch einen Wandel durchlaufen muss, ist mir auch klar. Ich bin aber überzeugt, dass die Organisation diese Neuausrichtung auch mitmachen wird.

Welche Rolle spielt CEO Oliver Steil bei der Business-Ausrichtung?
Er spielt eine matchentscheidende Rolle. Denn die ganze Neuausrichtung mit dem neuen Brand ist stark geprägt von der Konstellation mit neuem Verwaltungsrat, neuem Eigentümer, neuem CEO und von meiner Person. Ich spüre den 100-prozentigen Support von Oliver Steil, ohne ihn wäre das Ganze nie in so kurzer Zeit umsetzbar gewesen.

Unter Christoph Brand wäre dies also nicht möglich gewesen?
Unter Herrn Brand waren die Pläne ähnlich, jedoch war eine neue Marke kein Thema. Aber die stärkere Fokussierung auf Geschäftskunden war auch unter Christoph Brand bereits ein Thema, schliesslich war er es, der mich für diese Aufgabe an Bord geholt hat.
Wie wollen Sie gegen den übermächtigen Konkurrenten Swisscom bestehen? Was bieten Sie?
Swisscom macht einen guten Job, hat über 80 Prozent Marktanteil. Doch verschiedene Szenarien lassen Platz für uns. So gibt es Grosskunden, die nicht nur auf einen Provider setzen wollen, als Fallback-Lösung bei Problemen. Ausserdem wissen wir, dass viele Kunden eine Alternative zu Swisscom wollen. Wir sind diese Alternative, und das müssen wir dem Markt bewusst machen. In der Angebotsgestaltung gehen wir weg vom Produktverkauf, hin zu Nutzerwelten. Kunden sollen sich nicht über ein Produkt angesprochen fühlen. Wir haben fünf Welten mit typischen Unternehmen beziehungsweise Problemstellungen kreiert: Unternehmen mit einer Filialstruktur in der Schweiz, international tätige Unternehmen, Unternehmen aus dem Industrie- und Gesundheitswesen, Unternehmen mit vielen Aussendienstmitarbeitern und Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Wir haben versucht, die typischen Ansprüche solcher Unternehmen zu skizzieren und wollen so die Kunden ansprechen. Im Verkaufsgespräch wollen wir dann als Berater des Kunden auftreten und basierend auf der geschaffenen Grundausgangslage aus diesen Welten aufzeigen, was für sie wichtig sein kann und wo die Vorteile liegen. Ausserdem ist es mir wichtig, dass die Kunden einen direkten Draht in die Geschäftsleitung von Business Sunrise erhalten. Ich will nicht, dass ein Call Center zwischen dem Management-Team und den Kunden liegt – wir müssen selbst für unsere Kunden erreichbar sein. Haben Kunden ein Thema, das sie beschäftigt, werde ich mich persönlich darum kümmern

Doch wo bleiben die Produkte? Cablecom zum Beispiel hat vor knapp einem Jahr ein sehr aggressives KMU-Angebot lanciert und ist damit erfolgreich. Kommt von Sunrise etwas Ähnliches?
Wir haben einige neue Produkte in der Pipeline, man wird dieses Jahr noch von uns hören.

Können Sie schon mal einen Vorgeschmack geben?
Ich kann einige Dinge aufzeigen, die wir bereits heute im Angebot haben. So beispielsweise im Bereich Machine-to-Machine-Kommunikation – etwa zum Positionieren von Fahrzeugen und ähnlichem. In diesem Gebiet sehen wir eine enorme Entwicklung, und hier werden wir ausbauen. Ein Thema sind für uns auch Cloud-Services. Und im Mobile-Bereich wollen wir Kunden international eine Lösung bieten, mit der sie Kostensicherheit erhalten, wenn sie ihr Handy im nahen Ausland zum Telefonieren und Surfen benutzen. Diese Kunden sollen sich dank geplanten Flat-Tarifen keine Gedanken mehr machen müssen über Kosten im Ausland. Diese drei Themen zeigen, in welche Richtung es gehen wird.

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