Servervirtualisierung auf höchstem Niveau

Servervirtualisierung auf höchstem Niveau

Artikel erschienen in IT Magazine 2006/19

Flexibler Speicherzugriff dank Cluster-Filesystem

Zusätzlich zur Serverhardware wird für den Aufbau eines solchen Pools Festplattenspeicher benötigt, auf den alle physikalischen Systeme zugreifen können. Dieser Speicher muss entweder per Fibre-Channel-SAN oder über iSCSI beziehungsweise NFS-3 (Network File System) erreichbar sein. Die iSCSI-Anbindung kann entweder kostengünstig über den integrierten Software-Initiator erfolgen oder über leistungsfähige iSCSI-Host-Bus-Adapter, die die CPU des Host-Systems entlasten. Auf dem gemeinsam genutzten Speicher legt der ESX-Server das VMware-eigene VMFS-Cluster-File-System an, welches über Locking-Mechanismen verfügt, so dass gleichzeitig mehrere physikalische Server darauf zugreifen können. Kreiert der Systemverwalter innerhalb des Ressourcenpools neue virtuelle Maschinen und startet diese, so sorgt DRS dafür, dass sie automatisch auf der Hardware mit den meisten verfügbaren Ressourcen laufen. Sollte sich zur Laufzeit einer virtuellen Maschine herausstellen, dass der jeweilige Server in einen Ressourcenengpass läuft, kann DRS die virtuelle Maschine per VMotion-Funktion im laufenden Betrieb auf ein anderes System verschieben. Anwender merken von dem Umschaltvorgang ausser einer möglichen kurzen Verzögerung nichts.




Auch die Datensicherung virtueller Maschinen profitiert vom neuen Cluster-File-System. Per Consolidated Backup ist es nun möglich, über einen Proxy Sicherungen zu erzeugen und diese unter Umgehung des lokalen Netzwerks direkt über das SAN auf Band zu schreiben. Der Proxy muss dazu auf einem Windows 2003 Server installiert werden, der über das SAN Zugriff auf dieselben Speicherbereiche benötigt wie die ESX-Server, deren virtuelle Maschinen gesichert werden sollen. Leider läuft der komplette Backup-Vorgang ausschliesslich über Kommandozeilenbefehle ab, so dass die Bedienung noch etwas umständlich wirkt.


Hochverfügbarkeit für virtuelle Server

Um die Verfügbarkeit virtueller Maschinen zu erhöhen, kann der Systemverwalter die Option High Availability (HA) aktivieren, mit der eine Cluster-Funktionalität zwischen verschiedenen Servern realisierbar ist. Fällt ein physikalischer Server aus, lässt sich per HA steuern, ob und wie die zum Zeitpunkt des Ausfalls auf der defekten Hardware ausgeführten virtuellen Maschinen auf die verbleibenden Host-Systeme verteilt werden sollen. Ermöglicht wird der Failover durch eine wichtige Neuerung des VMFS-3-Dateisystems. Im Gegensatz zu früheren Implementierungen legt der ESX-Server nun neben den virtuellen Festplatten (VMDK-Dateien) der virtuellen Maschinen auch die übrigen relevanten Konfigurationsdaten auf dem VMFS-Dateisystem ab.





Überarbeitet hat VMware auch die Service-Konsole, die für die Remote-Administration der ESX-Servers eine zentrale Rolle spielt. Sie basiert in der aktuellen Implementierung auf Red Hat Enterprise Linux Advanced Server 3 und ist nun vollständig virtualisiert. Damit entfällt die in früheren Versionen vorhandene Gefahr, dass die Service-Konsole als Schnittstelle zwischen dem VM-Kernel und der Aussenwelt zum Flaschenhals gerät. Auch die frühere Notwendigkeit, der Service-Konsole eine dedizierte Netzwerkkarte für die Kommunikation mit der Aussenwelt zur Verfügung zu stellen, gibt es nicht mehr.
Die bislang gewohnte Administration des ESX-Servers per Web-Browser gehört ebenfalls weitgehend der Vergangenheit an. Lediglich Aufgaben wie das Starten und Stoppen virtueller Maschinen sowie ein rudimentäres Monitoring lassen sich per Web-Interface erledigen. Abgelöst hat den Web-Browser der VMware Virtual Infrastructure Client, mit dem sich der Systemverwalter sowohl auf einzelne ESX-Server als auch auf das Virtual Center verbinden kann. Nahezu alle Funktionen, die früher nur über Kommandozeilenbefehle realisierbar waren, sind nun in einer ansprechenden grafischen Oberfläche eingebettet. Vor allem das Einbinden zusätzlicher VMFS-Partitionen sowie die Einbindung und Konfiguration neuer Hardware, wie zum Beispiel Fibre-Channel-Host-Bus-Adaptern, werden hiermit deutlich erleichtert.


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