Eine Alternative zum omnipräsenten MS-Exchange

Eine Alternative zum omnipräsenten MS-Exchange

Artikel erschienen in IT Magazine 2010/01

Kontakte und E-Mails

Die schon angesprochenen Integrationsfunktionen mit sozialen Netzwerken und anderen Quellen von Kontaktdaten werden von Open-Xchange als «Social-OX» bezeichnet. Dahinter steht die Idee, dass man solche Kontakte nur einmal pflegen muss und zumindest ein zentrales Repository für alle Kontakte hat – eben Open-Xchange. Der Import funktioniert einfach und zuverlässig, Änderungen werden dann regelmässig nachgeführt.


Darüber hinaus gibt es auch eine Standard-anbindung zu Sugar-CRM, einem Open-Source-CRM-System, so dass sich geschäftliche Kontakte einerseits in Open-Xchange nutzen lassen, andererseits aber auch weitergehende CRM-Funktionen zur Verfügung stehen. Bei den E-Mail-Funktionen wird die Grundphilosophie von Open-Xchange deutlich, die auf Offenheit, Modularität und offene Standards ausgerichtet ist – wenig überraschend bei einem Anbieter aus dem Linux-Umfeld. Wie bereits beschrieben, werden dazu etablierte Server-Dienste genutzt, die sich einfach einbinden lassen. Es gibt aber auch bei den Clients Schnittstellen zu einer Reihe von etablierten Diensten.


Outlook, Mac OS X und mobile Geräte

So kann beispielsweise Microsoft Outlook als Client für Open-Xchange genutzt werden, wenn auch mit Einschränkungen. Mit dem OXtender for Outlook steht eine lokale Client-Komponente als Schnittstelle von Outlook hin zu Open-Xchange zur Verfügung. Informationen wie Kalender oder Aufgaben werden so in Outlook bereitgestellt.


Dass dabei mit einer eigenständigen Client-Komponente gearbeitet wird, ist durch die erforderliche lokale Installation unter dem Gesichtspunkt des Deployments sicher nicht die beste Lösung. Eine Integration im Back-end wäre besser. Das gilt umso mehr, als der OXtender for Outlook auf leistungsschwächeren Systemen zu einer spürbaren Verlangsamung von Outlook führt. Ausserdem ist er mit Microsoft Exchange nicht kompatibel. Wer also, weil er als «fester freier Mitarbeiter» beispielsweise auch mit Unternehmen mit Exchange-Infrastruktur zusammenarbeitet, sowohl Open-Xchange als auch Microsoft Exchange benötigt, muss unterschiedliche Profile konfigurieren. Das ist nicht nur lästig, sondern schafft auch Probleme in der Konsistenz der Informationen. In diesem Bereich sollte Open-Xchange auf jeden Fall noch nachbessern.

Auch die Komponente OXtender for Mac OS X ist nicht die optimale Lösung. Er sorgt zwar für das Zusammenspiel mit dort gängigen Client-Anwendungen wie iCal, Apple Mail oder Address Book. Auch hierzu ist aber eine lokale Software nötig, die von den Anwendern nicht so gern gesehen wird. Allerdings kann man optional die für mobile Geräte verwendete ActiveSync-Synchronisation nutzen.


Mit dieser über den OXtender for Mobile Web gelieferten Funktionalität werden auch andere mobile Endgeräte unterstützt. Auf den Geräten wird keine zusätzliche Software benötigt – ein Konzept, auf das sich Open-Xchange wohl auch bei den anderen Client-Plattformen konzentrieren sollte. Die dortigen Lösungen funktionieren zwar meist, aber eben nicht so reibungslos, wie es wünschenswert wäre.


Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER