Meierhans meint: Geiz ist dämlich

Meierhans meint: Geiz ist dämlich

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/01
Seite 1
5. Februar 2012 -  von Daniel Meierhans
Wer ein Business startet, versucht die Kosten tief zu halten. Schliesslich ist man ja nicht wirklich sicher, ob sich der Geschäftserfolg auch in der Realität so schnell einstellt, wie man sich das in seinen Planspielen ausgemalt hat. Entsprechend gross ist der Sexappeal von Open Source und Gratis-Web-Services auf Start-ups. Kommerzielle Business-Software schreckt demgegenüber ab. Zumal die Lizenzen ja häufig nur ein Teil der Rechnung sind. Das notwendige Einführungsprojekt verschlingt in der Regel noch einmal mindestens den gleichen Betrag. Auch ich und meine Geschäftspartner hatten bei der Gründung vor vier Jahren keine Lust, viel Geld für ICT aufzuwerfen. Schliesslich hatten wir als Tech-Journalisten über die Jahre unzählige Beispiele von über­teuerten Infrastrukturen gesehen. Andererseits haben wir aber auch genauso viele Installationen gesehen, bei denen mehr entschieden besser gewesen wäre.

Nicht günstig, aber einfach

Und tatsächlich ist Sparsamkeit in Sachen ICT keine Tugend. Das sollte eigentlich schon klar werden, wenn man die Ausgaben in die Verhältnisse stellt: Um in der Schweiz halbwegs vernünftig verdienen zu können, ist im Dienstleistungsgeschäft – in dem wir tätig sind – ein Umsatz von rund 8000 Franken pro Monat und 100-Prozent-Stelle notwendig. Ob Sie in diesen Grössenordnungen ein paar hundert Franken mehr oder weniger ausgeben, wird erst spürbar, wenn viel zu wenig zu tun ist. Solange die Aus­lastung stimmt, macht die höhere Produktivität alle Mehrausgaben mehr als wett. Statt sich lange damit aufzuhalten, welche Lösung günstiger sei, sollte man sich besser mit den aktuel­len und absehbaren Bedürfnissen beschäftigen. Bei dieser ersten zentralen Entscheidung gilt ein Paradox: Nicht die funktionsreichste, sondern die einfachste Lösung ist fast immer die beste. Die Marketing-Features, mit denen die Hersteller ködern, bringen in der Realität ausser tollen, farbigen Grafiken meist wenig bis gar nichts. Im Gegenteil: Je mehr «praktische» Funktionalitäten man sich aufschwatzen lässt, desto unbedienbarer wird die Software.
 
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