Der Infrastrukturausbau im Zuge der KI-Ära ist laut den Analysten von Gartner ein Sorgenkind. Das grundlegende Problem ist demnach, dass die einschlägigen KI-Anbieter ein beinahe utopisches Umsatzwachstum hinlegen müssten, um den aktuellen Ausbau rechtfertigen zu können. Das wird laut dem Marktforschungsunternehmen Opfer fordern: Gartner schätzt, dass bis 2030 vier von fünf Neoclouds, sprich rein KI-fokussierte Rechenzentrumsbetreiber, den eigenständigen Betrieb nicht aufrechterhalten können.
Die Analysten rechnen vor, dass die Betreiber von KI-Rechenzentren Einnahmen über 8,5 Billionen Dollar erzielen müssten, um die aktuellen und geplanten Investitionen decken zu können. Laut den Analysten weitaus wahrscheinlicher ist aber, dass die Einnahmen in Verbindung mit KI-Rechenzentren bis zum Ende des Jahrzehnts bei 3,6 Billionen Dollar landen – höchstens.
Die Tatsache, dass die beschaffte Hardware für die Rechenzentren ihren Wert nur für begrenzte Zeit halten kann, ist angesichts der massiven Investitionen ein zusätzliches Problem. Abschreiber seien damit wohl kaum zu vermeiden.
Während die grossen Hyperscaler den KI-Ausbau mit anderen Geschäftsbereichen quersubventionieren können, fehlt den einschlägigen Neoclouds (Coreweave, Nebius etc.) diese Option. Diese sind laut Gartner damit besonders stark vom Ungleichgewicht zwischen Umsatz und Investitionsausgaben betroffen. Und damit dürften sie in den kommenden Jahren reihenweise eingehen, wenn nicht bald überraschend hohe Umsätze mit KI-Produkten entstehen sollten.
(win)