Test Center – HDMI over Powerline

Das HDMI-Kabel mit Überlänge

Mit 13 x 10 Zentimetern Grösse kann der HDMI-Extender gut hinter dem Bildschirm versteckt werden. (Quelle: Lindy)

Das HDMI-Kabel mit Überlänge

(Quelle: Lindy)
6. November 2021 - Wenn ein HDMI-Signal einen langen Weg zurücklegen muss, muss man mit langen Kabeln und Signalverstärkern arbeiten. Alternativ kann man das Signal mit dem HDMI-Extender von Lindy aber auch einfach durchs Stromnetz schicken.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/11
Die Installation von Ausgabegeräten wie Screens und Beamern hat – je nach Anwendungsfall und Raum – durchaus seine Tücken. Eine davon ist nicht selten das passende Kabelmanagement respektive die Überbrückung vom Quellgerät zur Anzeige. Ein gutes Beispiel dafür sind etwa grosse Konferenzräume oder das Heimkino mit einem Beamer, bei dem das Quellgerät nicht selten weit weg ist vom Projektor, der elegant an die Decke montiert wurde. Diese Distanz gilt es – in aller Regel mit einem langen HDMI-Kabel – zu überbrücken.

Wer schon einmal vor dieser Herausforderung stand, kennt das Vorgehen: Nach der Planung des Setups bewegen wir uns zu unserem präferierten (Online-) Shop und stellen etwas erschrocken fest, dass lange HDMI-Kabel nicht gerade günstig sind. Aber wir beissen in den sauren Apfel, bestellen das Kabel und ärgern uns beim Verlegen ebendessen im Anschluss, dass man dieses nicht anständig biegen kann und machen es irgendwann frustriert mit einem Kabelbinder an der Fassung der Deckenlampe fest. Das Setup steht, aber: Schön ist anders.

Doch es ginge auch anders – etwa mit einem HDMI-Extender, der das Signal über die bereits im Haus verlegten Stromleitungen transportieren kann. Lindy hat mit seinem HDMI over Powerline Extender jüngst einen solchen auf den Markt gebracht, den wir auf dieser Doppelseite auf den Prüfstand stellen.

Eine Sache noch vorneweg: Lange ­HDMI-Kabel mögen zwar teuer sein, für das ganze Lindy-Setup werden aber mehr als 350 Franken fällig. Für dieses Geld kann man sich einige Dutzend Laufmeter HDMI-Kabel anschaffen. Den Elektriker für eingezogene Kabel zu engagieren, ist wiederum teurer. Die Frage ist also, ob der HDMI over Powerline Extender ein gangbarer Mittelweg sein kann.

Die Schweiz ist zu klein für Nachhaltigkeit

Der Lieferumfang des HMDI-Extenders von Lindy ist sehr überschaubar: In den zwei Boxen ist jeweils ein Empfänger (Receiver) und ein Sender (Transmitter) zu finden, die beiden Geräte im schwarzen Metallgehäuse haben jeweils eine Grösse von 13,5 mal 9,7 Zentimetern, eine Höhe von knapp 3 Zentimetern und wiegen je etwas mehr als ein Kilo. Weiter gibt es pro Box einen kleinen Infrarot­sender mit Klinkenstecker und natürlich das Stromkabel, über das später auch das HDMI-Signal laufen wird. Ob das Fehlen eines zugehörigen HDMI-Kabels nun Geiz vonseiten des Herstellers ist oder eine Nachhaltigkeitsüberlegung, wollen wir nicht werten.

Apropos Umweltschutz: Es werden vier (!) Stromkabel mit Stecker verschiedener Weltregionen mitgeliefert – kein einziges davon mit Schweizer Stecker. Während es klar ist, dass lokalisiertes Packaging kompliziert und die Schweiz mit ihrem Stecker ein Spezialfall ist, fällt es doch schwer, diese Nachhaltigkeits­absurdität zu akzeptieren. Dass bei diesem Gerät der Stromanschluss deutlich mehr ist als nur die Stromversorgung, ist dann bloss noch Ironie.

Und nein, wir werden, bis dieser Unsinn endlich aufgehört hat, auch nicht damit aufhören, bei jedem zweiten Test darauf rumzureiten. Denn ehrlich – das ginge ja schon anders.
 
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