Die Hochzeit der Mobilität

Die Hochzeit der Mobilität

Die Hochzeit der Mobilität

(Quelle: Getty/Prime.ch)
Artikel erschienen in IT Magazine 2019/09
Seite 1
31. August 2019 -  Von Stefan Leemann

Mit der neuesten Generation von Wi-Fi wird die Netzwerkplanung komplexer, die Anwendung aber einfacher. Seine Stärke spielt Wi-Fi 6 im Zusammenspiel mit 5G und neuen drahtlosen Datenmaschinen aus.
Ein Anruf geht ein – per Video. Reicht die Kapazität? Den Angerufenen kümmert nicht, auf welchem Weg das Gespräch geführt wird. Netze interessieren ihn nicht, nur der Gesprächspartner und die besprochenen Inhalte zählen. Am Hotspot Flughafen greift er zum Smartphone und lässt die Augmented-Reality-App den Belegungsplan des Parkhauses zeigen; wo der rote Punkt blinkt, steht sein Auto, dessen Sensorendaten übers Funknetz eingetroffen sind. Ein realistisches Zukunftsszenario. Denn: Mit Wi-Fi 6 steht ein neuer Standard zur Verfügung, der Mobilfunk- und WLAN-Netze näher bringt. Gleiche Interessen, gleich gebaut.

Die sechste Generation der stationären Mobilfunktechnologie Wi-Fi stellt nach 20 Jahren mehr als nur eine technische Evolution dar; Wi-Fi ist im mobilen Ecosystem zum gleichwertigen Partner von Mobilfunk aufgerückt und fügt sich neben dem traditionellen kabelbasierten LAN in die Netzwerkarchitektur von Unternehmen ein. Agil kann die IT auf jedes stationäre und mobile Bedürfnis von sich immer schneller verändernden Firmenstrukturen und Geschäftsmodellen ­eingehen.

Die IT-Abteilung kann Businessprozesse nahtlos vom LAN ins WLAN und ins Mobilfunknetz führen, sie im Zeitalter der digitalisierten Wirtschaft nahe am Use Case abbilden. Zudem ist Wi-Fi nicht länger mehr ein intransparentes Anhängsel im LAN, bei dem Fehler nur mit grossem Aufwand zu eruieren sind. An belebten und dichten Orten mit sehr vielen Clients sind Anwendungen wie Augmented Reality und datenintensive IT-Prozesse vom Netz leichter und sicherer zu handeln.

Wi-Fi 6 ist einfacher

Was zusammengehört, wächst zusammen – die Marschrichtung der Wi-Fi Alliance ist klar: Sie will zu ihrem 20-Jahr-Jubiläum ihre lokale Funknetzwerktechnologie mit derjenigen der Mobile Operators ausserhalb der Bürogebäude und Hot­spots wie Flughäfen oder Stadien verschmelzen – ohne die eigene technische Identität zu verlieren. Dazu hat sie sich auch ein neues Marketingkonzept verordnet: Statt unverständlicher IEEE-Kürzel bezeichnet sie die Generation: Wi-Fi 6 statt 802.11ax, der Vorgänger heisst nun Wi-Fi 5 statt IEEE 82.11ac.

Wi-Fi 6 ist der neue Standard für drahtlose Netzwerke mit begrenzter Reichweite und ergänzt den Smartphone-Standard 5G, wird von ihm also nicht verdrängt: 5G für unterwegs, Wi-Fi 6 überall da, wo man sich länger aufhält, das ist die Idee.

Die ersten Geräte, die Wi-Fi 6 unterstützen sind bereits auf dem Markt, etwa das Samsung Galaxy S10 Smartphone oder die Cisco Catalyst 9100 Access Points. Seine Stärken spielt der rückwärtskompatible Standard nur im Zusammenspiel mit anderen Wi-Fi-6-Komponenten aus. Der noch nicht ratifizierte Standard wird sich ab 2020 auf breiter Front durchsetzen, dies aufgrund seiner Vorzüge für Unternehmen, User und die digitale Wirtschaft.
 
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