Vereine verwalten leicht gemacht

Webling vs. Hitobito

Vereine verwalten leicht gemacht

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/05
Seite 2

Abo-Modelle und Setup

Webling ist beeindruckend schnell und einfach eingerichtet. Mit einem Account bestehend aus E-Mail, gewünschter Ve­reins-URL und Passwort setzt man seine Webling-Plattform mit wenigen Klicks auf. Alle kostenpflichtigen Modelle können bis zu 30 Tage lang getestet werden und bieten in der grössten Version Platz für bis zu 20’000 Mitglieder. Preislich liegen die Modelle dabei zwischen 9.90 Franken pro Monat (bis 100 Mitglieder) und 665 Franken (bis 20’000 Mitglieder). Für Accounts mit mehr Mitgliedern muss der Entwickler kontaktiert werden. Ein kostenfreies Modell mit einem stark eingeschränktem Feature-Katalog steht ebenfalls zur Verfügung und kann jederzeit upgraded werden.

Hitobito auf der anderen Seite ist etwas schwerer einzurichten. Für einen Account wird der Hersteller kontaktiert, der einen Account erstellt, der Prozess geht jedoch recht rasch vonstatten. Auch hier kann die Cloud-Version der Lösung für 30 Tage kostenlos getestet werden. Was im ersten Moment vielleicht etwas mühseliger klingt, hat aber auch klare Vorteile: Durch die Tatsache, dass Hitobito (was auf Japanisch übrigens so viel wie "jedermann" heisst) ein Open-Source-­Projekt ist, kann sich jeder technische versierte Anwender den Code auf Github herunterladen, selbst auf eigenen Servern eine Instanz aufsetzen und diese eigens verwalten und nach seinen Vorstellungen weiterentwickeln. Als Preis für die Open-Source-Lösung gibt der Hersteller auf der Website augenzwinkernd "Blood, Sweat & Tears" an – für den Support etwa muss der Zugang zum Forum genügen. Für 90 Franken pro Monat kann auch eine Cloud-Version bezogen werden, die mit Iso- und Finma-zertifiziertem Cloud-Hosting und E-Mail-Support daherkommt und bis zu 5000 Mitglieder unterstützt. Seine volle Stärke spielt Hitobito aber in der dritten Ausführung "Custom" aus, bei welcher gezielte Feinabstimmungen auf die Organisation vorgenommen werden und weitere Supportleistungen sowie Zugang zu Community-­Meetings gewährt werden. Der Preis wird hierbei nach Aufwand berechnet. Die Mitgliederzahlen können dabei beliebig in die Höhe gehen – der derzeit grösste Hitobito-Kunde verwaltet rund 67’000 Mitglieder auf seiner Instanz.

Somit zeigt sich – die beiden Lösungen haben nur eine bedingte Schnittmenge. Webling eignet sich eher als einfach zugängliche Komplettlösung für sehr kleine bis mittlere Organisationen, während Hitobito mit gezieltem Customizing und Open-Source-Version eher für grosse Organisationen mit schwer abzubildenden Strukturen oder für Tech-affine Open-Source-Liebhaber konzipiert ist.

Funktionen und Anwendung

Dieser Unterschied spiegelt sich auch im Feature-Katalog der beiden Lösungen wider. Webling versucht, eine lückenlose Vereinsverwaltung anzubieten, dank der eine Organisation im Prinzip keine weiteren Lösungen einsetzen muss. Neben der einfachen Mitgliederverwaltung (Free-Version) mit nützlichen Features wie dem Bulk-Import von Kontakten oder konfigurierbaren Gruppen, etwa für Teams eines Sportclubs oder dem Vorstand, gibt es bei den kostenpflichtigen Abos eine Reihe von weiteren Funk­tionen, welche die Suite komplettieren. Da wären etwa eine Dokumentablage, eine Materialverwaltung sowie ein Berechtigungskonzept für verschiedene Accounts, um die Zugriffe auf genannte Bereiche zu regeln. Weiter bietet Webling eine ziemlich ausführliche Buchhaltung an, die neben einem anfängerfreundlichen, einfachen Kostenrahmen auch eine Buchhaltung nach Schweizer KMU-Kontenrahmen ermöglicht. Auch eine Anbindung an das Vereinskonto für automatische Buchungen ist möglich. Komplettiert wird die Lösung schliesslich durch Webspace, eine API-Schnittstelle, sowie Post-, E-Mail- und SMS-Kommunika­tionsfeatures.
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Kommentare

Freitag, 7. Juni 2019 Dave
Toll Danke

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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
Antwort
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