Der Weg in die IT für Berufsumsteiger

Der Weg in die IT für Berufsumsteiger

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/04
Seite 3

Gefragte Fachkräfte

Ist die Ausbildung aber geschafft, sind die beruflichen Perspektiven hervorragend – schliesslich unterscheidet sich der Abschluss als Berufsumsteiger nicht von einer vierjährigen Lehre. So erklärt Barbara Jasch: "Nach der Ausbildung hat praktisch jeder einen Job, die Herausforderung ist, genügend Praktikumsplätze während der Ausbildung zu finden." Und Rolf Ryser ergänzt: "Bei der Arbeitsmarktfähigkeit ist die Abschlussnote im Qualifikationsverfahren (Lehrabschluss) ein wichtiger Hinweis. Hier ist es sehr oft so, dass die Berufsumsteiger mit guten bis sehr guten Noten abschliessen."

Auch stehen den Absolventen praktisch dieselben Weiterbildungsoptionen offen wie allen anderen Lehrabgängern. Der Zugang in die tertiäre Bildung (Fachausweis, eidg. Diplom, höhere Fachschulen) ist offen, Branchenzertifikate sind möglich, genauso wie eine Karriere mit Fach- oder Führungsaufgaben nach einigen Jahren Berufserfahrung. Einzig: Wer an die Fachhochschule möchte, müsste zuerst die BM2 (Berufsmaturität) noch erlangen oder den Umweg über die HF (siehe Artikel ab S. 34) gehen.

Entsprechend zeigt sich auch Serge Frech, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz, von der Ausbildung Informatiker EFZ für Berufsumsteiger überzeugt. Er sagt: "Wenn die kognitiven Voraussetzungen stimmen, ist das Angebot für verschiedene Berufsleute hervorragend geeignet, um mit der Digitalisierung Schritt halten zu können." Auch die Arbeitsmarktfähigkeit respektive -attraktivität von Absolventen erachtet er als "sehr hoch". "Dies unterstreicht auch unsere Studie 'ICT-Fachkräftesituation: Bedarfsprognose 2026', die besagt, dass die Arbeitslosenquote bei den qualifizierten Fachkräften bei nur 1,4 Prozent liegt."

Schnellbleichen fragwürdig

Auf die Frage, welche weiteren Möglichkeiten, einen offiziell anerkannten Abschluss in der IT zu machen, es für Quereinsteiger abseits des Informatiker EFZ für Berufsumsteiger sonst noch gibt, antwortet Frech: "Wenn die fachlich-formalen Voraussetzungen stimmen, kann ein Quereinsteiger diverse eidgenössische Prüfungen absolvieren. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, eine Höhere Fachschule oder ein CAS an einer Fachhochschule zu besuchen. Hier empfiehlt sich in jedem Fall, sich von der Trägerschaft der Prüfung oder von der Bildungsinstitution seriös beraten zu lassen. Dazu gehört auch eine Analyse des Lebenslaufs, um anhand der Vorbildung und Berufserfahrung die Zulassung abzuklären." Dasselbe gelte überdies auch für Leute, die zwar ohne Ausbildung eine Stelle in der IT gefunden haben und in dem Bereich arbeiten, nun aber eine Möglichkeit suchen, sich ihr Know-how auch auf Papier ausweisen zu lassen. Hier sei insbesondere wichtig, dass in den Arbeitszeugnissen die berufsfeldtypischen ICT-Arbeiten detailliert beschrieben würden. "Nur so kann eine seriöse Zulassung zu einem Bildungsgang vollzogen werden." Ansonsten empfehle sich auch ein Blick auf das Projekt SI-Professional (Schweizer Informatik Professional, www.si-professional.ch), das eine Zertifizierung der Berufserfahrung und des Branchenwissens anbietet und von SwissICT wie auch der Schweizer Informatik Gesellschaft getragen wird.

Wenig hält Serge Frech derweil von herstellerspezifischen Ausbildungen für Quereinsteiger. Er erklärt: "Ich denke nicht, dass diese Industrie-Zertifikate ­einen Quereinstieg ermöglichen, ohne dass fundierte Fachkompetenz vorhanden ist. Was jedoch eindeutig ist, ist, dass eine ICT-Fachkraft mit diesen Industriezertifikaten attraktiver für Projekte ist, die ebendiese erfordern."
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