Das Tablet, das ein Notebook sein wollte

Das Tablet, das ein Notebook sein wollte

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/12
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Ein Tablet mit dem Herz eines Notebooks

Auf der Habenseite hat man dann aber kompakte und relativ robuste Hardware, die darüber hinaus mit einer guten Portion Leistung ausgestattet ist. Das Entsperren des iPad Pro mittels Face ID funktioniert einwandfrei und schnell, unabhängig davon, ob man das Tablet waagrecht oder senkrecht hält. Als nächstes fällt auf, wie gut das LCD-Display ist. Die Farben wirken stets lebendig, die Inhalte auf dem Bildschirm sind gestochen scharf. Das Liquid Retina Display hat eine Auflösung von 2388×1668 Pixeln bei 264 ppi und eine Helligkeit von 600 Nits. Es deckt den P3-Farbraum ab und dank True-Tone-­Technologie kann das Display auch den Weissabgleich und die Intensität der Farben an das Umgebungslicht anpassen. Das ist nicht blosse Spielerei, der Effekt ist sichtbar und macht das Arbeiten auch im Freien angenehm. Auch die Lautsprecher wurden verbessert und können einen beeindruckenden Klangteppich erzeugen.

Punkten kann das neue Tablet von Apple aber vor allem mit der Rechenleistung. Der hauseigene A12X-Bionic-Chip erreicht im Benchmark von Geekbench ähnliche Werte wie ein Macbook Pro. Von diesem Killer Feature merkt man bei gewöhnlichen Tasks und im Umgang mit simplen Apps freilich wenig. Klar, das iPad Pro ist flott unterwegs, öffnet Apps blitzschnell und reagiert verzögerungsfrei auf Eingaben, das können ältere Modelle aber auch. Apple hat den Chip jedoch verbaut, um rechenintensive Anwendungen wie beispielsweise Grafikprogramme, aktuelle Spiele oder Augmented Reality zu unterstützen. So soll Anfang 2019 eine Version von Adobes Photoshop CC für das iPad Pro verfügbar sein, was Grafik-Profis durchaus interessieren dürfte. Trotz der vielen Leistung ist erfreulich, dass der Akku beinahe hält, was Apple verspricht. Bei nicht sehr konservativer Nutzung ein wenig mehr als neun Stunden und damit nur knapp unter den angepriesenen zehn.
Zum Multitalent wird das Tablet aber erst mit dem richtigen Zubehör. Das Smart Keyboard Folio wird magnetisch an der Rückseite des iPad Pro fixiert und Schützt es so vor Kratzern, die Tastatur selbst fungiert als Abdeckung für das Display. Strom und Daten fliessen über einen Anschluss mit drei Pins, wodurch die Verbindung via Bluetooth entfällt. Auch wenn die Tastatur und damit auch die Tasten relativ klein sind, lässt sich damit nach kurzer Einarbeitungszeit gut schreiben. Der Anschlag der Tasten ist erstaunlich angenehm. Vermissen werden die meisten Nutzer aber wohl ein Trackpad, denn die Funktion einer Maus müssen nach wie vor die Finger übernehmen, was umständlich ist, weil man dafür jedes Mal eine Hand von der Tastatur nehmen muss. Apple bietet auch einen neuen Pencil an, der nicht mehr mit älteren iPads kompatibel ist. Er ist auf einer Seite abgeflacht und lässt sich so mittels Magneten am Rahmen des iPad Pro fixieren. Hier wird er auch drahtlos aufgeladen. Der vordere Teil des Stifts beheimatet übrigens einen Touch-Button. Tippt man zweimal drauf, wechselt die Funktion des Stiftes zum Radierer. Je nach App ist es aber möglich, auch andere Aktionen damit auszulösen.

Nicht zuletzt setzt Apple neuerdings auf einen USB-C-Anschluss. Dadurch lassen sich etwa externe Geräte wie zum Beispiel Bildschirme an das iPad Pro koppeln. Auch externe Speichermedien können angeschlossen werden, jedoch lassen sich von diesen nur Fotos und Videos laden. Apple macht mit dem iPad Pro also durchaus Schritte in die richtige Richtung, die Frage ist nur, ob diese reichen, um potentielle Käufer zu über­zeugen. (luc)
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Kommentare

Sonntag, 2. Dezember 2018 Peter Müller
Im Gegensatz zur Meinung im Text, sind Quantensprünge in der Elektronik nicht schwierig. Schliesslich bezeichnet man damit in der Physik die kleinste, bekannte Energie-Manifestation, die zudem nur zufällig auftritt. So sind die Aussagen von Politikern zu sehen, die ihr Wirken oft als Quantensprung bzeichnen ;-)

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