CIO-Interview: "Ohne Stabilität gibt es keine Agilität"

CIO-Interview: 'Ohne Stabilität gibt es keine Agilität'

CIO-Interview: "Ohne Stabilität gibt es keine Agilität"

(Quelle: Tamedia)
Artikel erschienen in IT Magazine 2019/11
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9. November 2019 -  Franz Bürgi gewann den diesjährigen Confare-Award als bester CIO der Schweiz, nicht zuletzt ­aufgrund der technologiegetriebenen Strategie von Tamedia. "Swiss IT Magazine" wollte wissen, was die IT des Medienhauses so aussergewöhnlich macht.
"Swiss IT Magazine": Herzliche Gratulation Herr Bürgi, Sie haben im September den Confare CIO Award für den besten CIO der Schweiz erhalten. Was bedeutet der Preis für Sie?
Franz Bürgi: Das ist vor allem ein Preis für das Team, ich habe ihn lediglich entgegengenommen. Und schliesslich ist Technologie nicht allein die Sache des CIO. Tamedia als Ganzes hat viele Bereiche, in denen in Technologie und IT investiert wurde und noch immer wird. Das nimmt die Öffentlichkeit auch zunehmend so wahr. Für uns ist das der Lohn für die beharrliche Arbeit und darauf haben wir zusammen angestossen.

Die Confare-Jury betonte, dass Ihre Bemühungen zur Schaffung eines tech- und datengetriebenen Unternehmens ausschlaggebend für die Nominierung waren. Was war in Ihren Augen nötig dafür?
Es geht um die digitale Transformation der Firma als Ganzes. Dabei muss man auch die Geschichte von Tamedia im Blick haben: Was ursprünglich ein traditionelles Zeitungshaus war, hat in den letzten zehn Jahren eine eindrückliche Transformation in Richtung Digitalisierung durchlaufen. Das gezielte Einsteigen in digitale Geschäftsfelder, etwa durch die Akquisitionen von Online-Plattformen, ist der erste Schritt. Dazu braucht es ein Management, das diesen Weg konsequent geht. Schlussendlich muss aber auch in der Organisation viel passieren, damit man nicht nur Prozesse digitalisiert, sondern das ganze Geschäftsmodell.

Als CIO befinden Sie sich bei einer solchen Transformation im Dreieck zwischen dem Management mit einer klaren Vision für die Transformation, der IT-Abteilung, die für die Umsetzung zuständig ist, sowie der User-­Basis. Wie gehen Sie diese delikate Aufgabe an?
Über die Rolle des CIO wird ja gerade überall intensiv diskutiert. Es gibt verschiedene Facetten: Wir haben als CIOs nach wie vor die wichtige Aufgabe, unsere Umgebungen stabil zu betreiben. Man spricht ja gerne von Agilität, aber ohne Stabilität gibt es keine Agilität. Gleichzeitig müssen wir uns heute mit dem Business eng verknüpfen und dieses wirklich verstehen. Gemeinsam kann man so die Lösungen für die Zukunft bauen. Bei den Benutzern teilt sich das in unserem Geschäft in interne und externe Benutzer auf, da ist die Frage, wovon man spricht.
Sprechen wir über die internen Benutzer, also Ihre eigenen Angestellten.
Unsere Mitarbeitenden sehen natürlich zuerst den Workplace und die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren. Sie wollen einen flexiblen und attraktiven Arbeitsplatz. Die Erwartungen sollten nicht durch sture Vorgaben von oben gedämpft werden. Man muss den Mitarbeitenden etwas bieten, wie etwa mobile, schnelle Endgeräte und gute Kommunikationswerkzeuge. Für letzteres haben wir beispielsweise gerade konzernweit Slack als weitere Kommunikationsplattform eingeführt. Die Leute suchen ein Umfeld, in dem sie gut aufgehoben sind. Wir sind gefordert, agil auf diese Bedürfnisse einzugehen und nicht eine statische, zentrale Informatik zu betreiben.

Und das alles bringen Sie mit den Vorgaben des Managements unter einen Hut?
Das Management macht uns da recht wenige Vorgaben. Die Kultur wurde zu Beginn stark durch die digitalen Firmen, die mit den Übernahmen dazugestossen sind, geprägt. Heute haben wir etwa 900 Software-Spezialisten und IT-Leute, das sind rund 25 Prozent der Belegschaft. Darunter sind viele junge Leute, die eine agile Kultur fordern. Das Management bestimmt natürlich über das Budget, den Druck spüren wir aber schlussendlich von unten.
 
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