CIO-Interview: "Rückschläge müssen erlaubt sein"

CIO-Interview: 'Rückschläge müssen erlaubt sein'

CIO-Interview: "Rückschläge müssen erlaubt sein"

(Quelle: Bank Vontobel)
Artikel erschienen in IT Magazine 2019/07
Seite 1
6. Juli 2019 -  Themen wie künstliche Intelligenz oder digitale Distribution sind bei der Bank Vontobel heute zentral. Das Unternehmen möchte bei der Digitalisierung an der Spitze mitspielen, wie COO Felix Lenhard erklärt. Dazu ist man bereit, viel zu investieren und auch Misserfolge hinzunehmen.
"Swiss IT Magazine": Ist es heute möglich, mit der Bank Vontobel eine Kundenbeziehung einzugehen, ohne dass es je zu einem persönlichen Kontakt kommt?
Felix Lenhard: Seit wenigen Wochen ist das möglich, ja. Wir haben Anfang Juni Vontobel Volt lanciert. Dabei handelt es sich um die erste digitale aktive Vermögensverwaltung eines Schweizer Wealth Managers, welche interessierte Kunden mittels Videoidentifikation und digitaler Signatur komplett digital eröffnen können. Das Spezielle an Volt ist, dass der Kunde individuelle Investitionsschwerpunkte setzen kann und seine Anlagen aktiv verwaltet werden. Das bedeutet, dass Portfolio Manager im Hintergrund – zunehmend unterstützt durch künstliche Intelligenz – die Anlageentscheide basierend etwa auf der Beobachtung von Unternehmensnachrichten und der allgemeinen Wirtschafts- und Börsenlage treffen. Die Lösung folgt also nicht nur einem Index, sondern wird von denselben Spezialisten verwaltet, die sich auch um die Vermögensverwaltungsmandate unserer vermögenden Privatkunden kümmern. Bei Volt können Kunden mithilfe von Anlagethemen thematische Schwerpunkte setzen – zum Beispiel in Family Businesses oder Smart Farming. Wir zeigen Kunden über Volt aber auch kurzfristige Anlagechancen auf.

Sie bieten somit also quasi eine digitale Bank auf dem Smartphone. Ist das ein neues Thema für Vontobel?
Ja, das ist ein neues Thema und erschliesst für uns neue Distributionskanäle und damit auch neue Kundengruppen. Wir öffnen uns mit einer rein digitalen Lösung wie Volt auch gegenüber kleineren Kunden, die wir bislang typischerweise nicht bedient haben. Hinzu kommt, dass die Lösung auch für grosse Retailer wie etwa Versicherungen spannend ist.
Bieten Sie Volt denn auch anderen Retailern an?
Ja, wir bieten Volt als White-Label-Lösung auch anderen Unternehmen an. So kann eine Versicherung beispielsweise ein eigenes Front-end über die Lösung bauen, die durch uns betrieben wird. Wir haben mit Raiffeisen Schweiz bereits einen Abnehmer für unsere Digital-­Investment-Solution-Plattform gewonnen. Sie werden ihren Kunden damit ab Frühling 2020 ein digitales Vermögensverwaltungsangebot anbieten.

Was hat denn eine Versicherung davon, ihren Kunden eine solche Lösung anzubieten?
Versicherungen haben oft das Problem, dass Kunden sich ihre Lebensversicherungen auszahlen lassen, und diese Gelder dann in einer Bank angelegt werden – die Versicherung den Kunden also verliert. Bietet sie aber eine Anlagelösung wie Volt, kann sie den Kunden unter Umständen behalten.

Wird eine Lösung wie Volt bei Vontobel inhouse gebaut?
Ja. Wir unterhalten im Wealth Management einen sogenannten Digital Hub, wo rund 80 Mitarbeiter mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund – Marketing und Sales, UX, Produktmanagement, Kundenberatung und natürlich auch Business Engineers und IT – beschäftigt sind. Punktuell holen wir natürlich externe Partner hinzu, die uns unterstützen und frisches Know-how in die Organisation tragen.
 
Seite 1 von 6
Nächste Seite

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
Antwort
Name
E-Mail
NEWSLETTER ABONNIEREN
Abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter mit den wichtigsten ICT-Meldungen
SWISS IT MAGAZINE - AUSGABE 2019/07
Schwerpunkt: Managed Document Services 2019
• Dokumente verwalten von MDS bis EIM
• ECM ist in der Schweiz ein Wachstumsmarkt
• MDS - Basis für den Wandel zum modernen Arbeitsplatz?
• Die Datensilos müssen weg
• Strategien für ein effizientes Output Management
Zum Inhaltsverzeichnis
SPONSOREN & PARTNER