Bitrot not!

Bitrot not!

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/05
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4. Mai 2019 -  Object Engineering baut teilautomatisiert aus Metadaten neue Software und löst so Legacy-Probleme bei komplexer Software von über einer Million Codezeilen.
Bitrot not!
Die Komplexität selbst relativ moderner Software macht klar, warum Teilautomatisierung beim Refactoring nötig ist, um die Kosten tief zu halten – Beispiel mit nur 25’000 Codezeilen. (Quelle: Swiss Made Software)
In Digitalien stinkt es – und zwar regelmässig. Im Englischen bezeichnet man diesen Prozess als "bit rot" – den Vorgang also, in dessen Verlauf aus einer modernen, geschmeidigen Software ein altes Schlachtross wird, das mit Klebeband und Spucke zusammengehalten wird. Die Gründe sind vielfältig – so spielen ständig neue Business-Anforderungen genauso eine Rolle wie der technologische Wandel oder ein nicht optimales Management. Und selbst bei umsichtigster Planung werden Code und Architektur nach drei bis fünf Jahren erste Alterserscheinungen zeigen.

Früher oder später kommt es also zum Refactoring – der Strukturverbesserung von Quelltexten unter Beibehaltung des beobachtbaren Programmverhaltens. Handelt es sich dann um komplexe Softwareprodukte mit mehr als einer Million Codezeilen, kommen schnell einige Tausend Stunden Arbeitsaufwand zusammen, um die Software manuell wieder auf den neuesten Stand zu bringen.


Glücklicherweise lassen sich Teile dieser Aufgabe automatisieren. Somit sinken Zeitaufwand und Kosten. Das ist das Spezialgebiet des Ingenieurbüros Object Engineering, das Methoden und Werkzeuge entwickelt hat, um den Code entsprechend der Architektur wieder auf Vordermann zu bringen. Der Clou dabei ist die Rolle der Metadaten. "Wir schauen nicht ausschliesslich auf Code oder Datenbank. Zentral bei uns ist die Beziehung der einzelnen Komponenten in der Architektur", so CEO Andres Koch.

Einen Plan haben

Zentral für das Gelingen ist allerdings, dass der Kunde klare Zielvorstellungen hat. "Als erstes wird also die neue Architektur festgelegt", erklärt Koch.

Der Prozess läuft dann wie folgt: Nach einigen Vorabklärungen wird die gesamte Codebasis eingelesen – inklusive vorhandener Metadaten (z.B. von Datenbanken). Dies erlaubt bereichsübergreifende Abhängigkeiten, wie zum Beispiel Code zu Datenbank, zu ermitteln. Daraus ergibt sich ein Metamodell. Anhand dieses Modells entwickelt der Object Engineering Metadata Analyser (Oman), das hauseigene Refactoring-Tool, einen Code passend zur vorher festgelegten neuen Architektur. "Durch Teilautomatisierung reduzieren wir den Aufwand gegenüber einer ­manuellen Bearbeitung auf bis zu 50 Prozent und mehr", so Koch.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass Oman kein universelles Werkzeug ist, sondern jeweils um die spezifischen Analyse- und Generator-Fähigkeiten für die konkrete Problemstellung erweitert werden muss. Erst dann kann das Refactoring-Tool neuen Code erstellen, der in die vorher festgelegte Architektur passt.
 
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