Das Interne Kontrollsystem

Das Interne Kontrollsystem

(Quelle: ISACA)
9. Juni 2018 - Von Sandra Schlöffel

Das Interne Kontrollsystem ist Bestandteil der Unternehmung und dient mit seinen systematisch gestalteten organisatorischen und technischen Mass­nahmen der Risikoabwehr sowie der Einhaltung von Richtlinien. Der folgende Artikel gibt eine Übersicht der verschiedenen Elemente.
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/06
Die Thematik des Internen Kontrollsystems (IKS) ist ein Dauerthema, doch trotz allem fordert es immer noch diejenigen, die täglich damit zu tun haben.

Unsere Welt wird komplexer und damit auch das IKS der Unternehmungen. Zeitgerechte Anpassungen werden vorausgesetzt, doch für die internen Kontrollen wird dies meistens als Belastung betrachtet. Doch schaut man genau hin, ist es im Detail die damit verbundene Dokumentation und nicht die eigentlichen Massnahmen selber. Die Entwicklung eines IKS benötigt seine Zeit. Bei richtiger Anwendung ist es in die Unternehmensebenen integriert und bildet keinen parallelen Selbstzweck, sondern generiert Mehrwert.
Schaubild I: Notwendigkeit für Kontrollen: Zusammenspiel Risiken, Ziele und Ergebnis.
Schaubild II: Prozess, Risiken und Kontrollen.
Schaubild III: Prüfung der Kontrollen innerhalb eines Auditjahres.


Gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen

Gesetzliche Bestimmungen zum IKS sind im OR verstreut zu finden. Art. 957 ff. OR zeichnet für die im Handelsregister eingetragenen Unternehmungen die elementaren Grundsätze der kaufmännischen Buchführung und Rechnungslegung auf. Mit den unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des Verwaltungsrates nennt Art. 716a Abs. 1 Ziff. 3 OR die Ausgestaltung der Finanzkontrollen. Der Gesetzgeber betrachtet somit das IKS in einem direkten Zusammenhang mit der finanziellen Berichterstattung. Bei Unternehmen, die der ordentlichen Revision unterstellt sind, beinhaltet Gegenstand und Umfang der Prüfung die Existenz eines IKS (Art. 728a. Abs. 1
Ziff. 3 OR).

Weiter enthalten folgende regulatorische Bestimmungen, Empfehlungen zum IKS:
• Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen (Art. 3 BankG)
• Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen (Art. 27 VAG)
• Verordnung über die Banken und Sparkassen (Art. 11 BankV)
• Verordnung über die Börsen und den Effektenhandel (Art. 20 BEHV)
• Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen (Art. 96 AVO)
• FINMA-RS 2017/01 "Corporate Governance – Banken"
• FINMA-RS 2017/02 "Corporate Governance – Versicherer"
• Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance

Das FINMA-RS 2017/01 definiert das IKS als " … die Gesamtheit der Kontrollstrukturen und -prozesse, welche auf allen Ebenen des Instituts die Grundlagen für die Erreichung der geschäftspolitischen Ziele und für einen ordnungsgemässen Institutsbetrieb bilden. Dabei beinhaltet das IKS nicht nur Aktivitäten der nachträglichen Kontrolle, sondern auch solche der Planung und Steuerung. Ein wirksames IKS umfasst u.a. in die Arbeitsabläufe integrierte Kontrollaktivitäten, geeignete Risikomanagement- und Compliance-Prozesse sowie der Grösse, Komplexität und dem Risikoprofil des Instituts entsprechend ausgestaltete Kontrollinstanzen, insbesondere eine unabhängige Risikokontrolle und Compliance-Funktion."
 
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