Seitenblick: Digitale Transformation: wir sehen erst den Anfang

Seitenblick: Digitale Transformation: wir sehen erst den Anfang

12. April 2015 - Von Thomas Flatt

Artikel erschienen in IT Magazine 2015/04
«Und weisst Du, wenn ich noch so einen Auftrag bekomme, dann kaufe ich mir vielleicht sogar einen Roboter», sagte mir vorgestern ein befreundeter Unternehmer in Ho Chi Minh beim Abendessen. Sein Geschäft ist noch präindustriell, denn er beschäftigt hunderte von Arbeitern, die seine Produkte manuell verpacken. Doch selbst in diesem Niedrigstlohnland (der ganz normale Wein zum Essen hat soviel gekostet wie einer seiner Arbeiter pro Monat verdient) denkt man über den Ersatz von Menschen durch Maschinen nach. Die industrielle Revolution ist noch am Laufen. Andere Errungenschaften wie z.B. soziale Gerechtigkeit und weniger Korruption folgen hoffentlich auch. Aber das ist ein anderes Thema.
Selbstverständlich ist aber auch in Vietnam, dass sich das soziale Leben online abspielt und «Uber» ist nicht verboten. Ein Geschäftsmodell, das von Lobby-Organisationen in Europa vehement bekämpft wird, da eine Pfründe neu verteilt wird. In Erinnerung an meinen letzten Beitrag kommt mir das vor, als hätte Kodak ein Verbot für digitale Fotografie erwirkt. Digitalisierung macht es möglich, dass schlecht genutzte Ressourcen besser eingesetzt werden, da die Transaktionskosten und die Kosten der Informationsverbreitung gegen null gehen. Digitalisierung bietet viele Chancen, sie ist aber, und das müssen wir ehrlich anerkennen, auch eine grosse Bedrohung für alle, die nicht bereit sind mit der Veränderung Schritt zu halten. Soziale Systeme, Staaten, Unternehmen und Individuen werden sich dramatisch verändern. So wie Maschinen uns am Fliessband verdrängen, so verdrängen Sie uns auch als Intermediäre auf Taxizentralen, als Mitarbeiter an Bankschaltern, in Amtsstuben (ja, auch eGovernment wird eines Tages Tatsache werden) oder an der Kasse im Supermarkt. Ein nicht nur erfreuliches Zukunftsbild.
Erfreulich ist hingegen, dass die jungen Menschen weniger Rauchen und Bier trinken, weil sie lieber mit dem Handy spielen oder im Internet surfen – ein durchaus willkommener Nebeneffekt der digitalen Transformation. Mehr zum Thema «digitale Märkte» erfahren Sie in dieser Ausgabe des swissICT Magazins.
Da aber jemand die digitale Welt von morgen auch bauen und betreiben muss, möchten wir natürlich erfahren, wie viel man dabei heute und in Zukunft verdienen kann. Machen Sie also mit bei der Salärstudie 2015 von swissICT.
Wenn Sie oder Ihr Unternehmen an vorderster Front an der digitalen Transformation mitwirken, dann sollten Sie sich unbedingt für den «Swiss ICT Award» bewerben, auch dazu mehr in diesem Heft.
Und wenn Sie, so wie ich leider auch, die Finger nicht von den Kippen lassen können, nehmen Sie doch einfach mal das Smartphone zur Hand.

Dr. Thomas Flatt ist Präsident swissICT, Unternehmer, Berater und Verwaltungsrat

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