Meierhans meint: Das Netzwerk kennt die Zukunft

Meierhans meint: Das Netzwerk kennt die Zukunft

8. Juni 2013 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/06
Das Netzwerk ist der Computer! Dies propagierte John Cage vom einstigen Shooting-Star des verteilten Rechnens, Sun Microsystems, bereits 1984. Im Netzwerk – oder der Cloud, wie es im aktuellen Marketing-Jargon heisst – steckt jedoch wesentlich mehr als nur Rechnerleistung, Speicherplatz und Applikationen. Spätestens seitdem jede und jeder den persönlichen Access Point in Form eines internetfähigen Mobiltelefons Tag und Nacht mit sich spazieren führt, lässt sich aus dem Netz-werkaufbau und der Art und Weise, wie die einzelnen Teilnehmer miteinander kommunizieren, praktisch alles herauslesen, was Marketing-Verantwortliche, Städteplaner oder auch staatliche Überwachungsorgane schon immer gerne gewusst hätten.

Tatsächliche Einzelfälle statt Statistik-Brei


Und was derzeit noch in Forschungslabors ausprobiert wird, dürfte sehr schnell ins Business diffundieren, denn das Versprechen ist unwiderstehlich: Mit Echtzeit-Modellierungen des Kommunikations- und Bewegungsverhaltens von Einzelpersonen in ihrem Alltags-Zusammenhang kann man die tatsächlichen Vorlieben viel genauer erkennen als durch statistische Auswertungen von Kundenkarten – und man kann sogar viele Handlungen vorhersehen. Der grosse Vorteil der dynamischen Interaktionsmodelle: Sie bilden reale Einzelfälle ab und vermischen nicht Äpfel und Birnen zu einem statistischen Brei.
Wie Alex Pentland, ein Pionier der Computer-gestützten Sozialwissenschaften, betont, folgen nämlich zwischen 80 und 90 Prozent unserer Handlungen sich wiederholenden Mustern und auch die wenigen, bewussten Entscheidungen sind alles andere als frei. Sie werden hauptsächlich durch unsere Interaktionen mit unseren Mitmenschen bestimmt.
 
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