Cloud-Services sind mittlerweile sicherer als lokale Systeme

Cloud-Services sind mittlerweile sicherer als lokale Systeme

4. September 2011 - Swiss IT Media ist Medienpartner von «Virtualisierung & Cloud Computing Swiss 2011»
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/09
Michael Faden, Partner Technology Advisor bei Microsoft Schweiz: «Datenschutz und Sicherheit sollten bereits bei der Entwicklung von Cloud-Services umfassend berücksichtigt werden.» (Quelle: Microsoft)
von Daniel Feldmaier

Michael Faden, Partner Technology Advisor bei Microsoft Schweiz, erläutert, nach welchen Kriterien Hypervisoren ausgewählt werden sollten und wie ein einfaches Preismodell für Virtualisierung funktioniert.

Sie thematisieren auf dem Kongress die Automatisierung von IT-Service-Diensten. Werden Systemhäuser und Fachhändler damit arbeitslos?

Michael Faden: Keinesfalls. Virtualisierung und Automatisierung ermöglichen die bedarfsgerechte, flexible Nutzung von IT-Leistungen. Damit erhöht sich der Bedarf zur engen Abstimmung von Geschäfts- und IT-Prozessen enorm. Nur wer eine ganzheitliche Sicht auf alle Abläufe und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten hat, wird die Private Cloud erfolgreich nutzen. Diese Zusammenhänge zu analysieren und treffsicher mittels integrierter IT-Dienste abzubilden, wird an Bedeutung gewinnen.

Welchen Vorteil bietet eine Mircosoft-Virtualisierung mit Hyper-V, im Gegensatz zu Citrix-oder Vmware-Produkten?

Die veröffentlichten Performance Tests beweisen, dass Hyper-V in der neusten Version für Windows Workloads die Nase vorn hat. Deshalb wurde unter anderem auf Basis der V-Alliance (Citrix-Microsoft) entschieden, Hyper-V als Hypervisor einzusetzen. Feature-Unterschiede der Hypervisor sind heute marginal und kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Heute stellt sich vielmehr die Frage, welcher Hypervisor sich am besten in eine Private Cloud integriert und Management und Automatisierung am einfachsten ermöglicht. Mit System Center hat Microsoft als einziger Hersteller eine integrierte Lösung entwickelt, die dies vom Netzwerk bis zur Applikation durchgängig umsetzt. Obwohl System Center auch andere Hypervisoren unterstützt, ist die Integration von Hyper-V am weitesten fortgeschritten. Hyper-V Server ist gratis und unterstützt alle Enterprise Funktionen wie High Availability oder Live Migration. Für das komplette Management gibt es mit der System Center Suite ein klares und einfaches Preismodell. Werden mehrere virtuelle Server auf dem gleichen Host konsolidiert, profitiert der Kunde.

Welches Vorgehen empfehlen Sie, wenn Kunden keine eigene virtualisierte Infrastruktur betreiben wollen und stattdessen auf Cloud-Services setzen?

Bei der Evaluation des Cloud-Dienstleisters müssen dessen Leistungen sorgfältig bewertet werden. Lediglich Dienstleister, die ein breites, den heutigen Anforderungen entsprechendes und auf die Zukunft ausgerichtetes Service Portfolio bieten, gehören in die engere Auswahl. Es empfiehlt sich, umgehend den Nutzen von Cloud Computing im Unternehmen kritisch zu prüfen, die ersten Schritte für eine übergeordnete Cloud-Strategie einzuleiten sowie über einfach zu realisierende Pilotprojekte, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden können, erste eigene Erfahrungen zu sammeln.

Was sollte nicht virtualisiert werden?

Die Gründe für Virtualisierung sind hier entscheidend. Wird aus Konsolidierungsüberlegungen virtualisiert, sind Systeme mit hoher Hardware-Auslastung weniger geeignet. Trotzdem kann es sinnvoll sein, solche Systeme aus Gründen der Standardisierung und des Managements zu virtualisieren. Ein wichtiger Aspekt ist die Prüfung beim Hersteller, ob und in welcher Form die Virtualisierung der Applikationen unterstützt wird. Auch in Zukunft wird es Systeme geben, die nicht virtualisiert sind. Entsprechend wichtig ist der Einsatz einer Management-Lösung, die virtuelle wie auch physikalische Systeme verwalten kann.

In welchen Branchen herrscht derzeit der dringendste Bedarf für Virtualisierungs­lösungen?

Virtualisierung ermöglicht die effiziente Konsolidierung von Server-Infrastrukturen. Sie erschliesst den Weg hin zu einer Private Cloud, also neuen Szenarien der dynamischen Verfügbarkeit von IT-Ressourcen. Damit stehen Kostenersparnisse und eine erhöhte Agilität der IT zur Erfüllung von Geschäftsanforderungen im Zentrum. Diese Kriterien sind für alle Branchen gleichermassen relevant, eine Vertikalisierung ist nicht erkennbar.

Wie sicher sind Cloud-Services ihrer Meinung nach im Bezug auf Datenschutz und Verfügbarkeit?

Datenschutz und Sicherheit sollten bereits bei der Entwicklung von Cloud-Services umfassend berücksichtigt werden. Das Befolgen eines Entwicklungszyklus und eines «Security and Privacy by Design»-Ansatzes ist dabei von zentraler Bedeutung. Zusätzlich kommt auch beim Betrieb von Cloud-Services der Sicherheit und dem Datenschutz eine wesentliche Rolle zu. Es gilt, geeignete Massnahmen zuverlässig, auf allen Ebenen und durchgängig zu implementieren und ein kontinuierliches Sicherheits-Management zu betreiben. Berücksichtigt man diese Faktoren, ist die Sicherheit von Cloud-Services oft sogar signifikant grösser als lokale Lösungen, da diese meist mit Einschränkungen in Bezug auf Ressourcen, Technologie-Niveau und Know-how verbunden sind.

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