Todesstoss für Mac-IE

Todesstoss für Mac-IE

Artikel erschienen in IT Magazine 2003/12
19. Juni 2003 -  Microsoft gibt den Internet Explorer für den Macintosh auf.

Microsoft wird keinen neuen Internet Explorer für Apples Macintosh entwickeln. Dies erklärte Microsoft-Produktmanagerin Jessica Summers in einem Interview mit dem amerikanischen Online-Dienst "news.com." Es werde lediglich noch zwei kleine Updates für die aktuelle Version 5 geben, die die Sicherheit und die Performance verbessern sollen.



Als offizielle Begründung gibt Microsoft an, dass mit dem Apple-Browser Safari eine bessere Alternative zur Verfügung stünde. Ausserdem habe Microsoft zu wenig Einsicht in den Mac-OS-X-Code, um den Mac-Entwicklern die Stirn bieten zu können.



Bei Apple Schweiz weiss man davon nichts. "Uns liegt keine offizielle Meldung vor", sagt ein überraschter CEO Roger Brustio gegenüber InfoWeek. Auch scheint ihm die Begründung äusserst zweifelhaft: "Sowohl der Mac-OS-X- als auch der Safari-Code basieren auf Open-Source-Standards und können von jedem eingesehen werden." Dass Safari ein guter Browser sei, lässt er hingegen selbstredend gelten.



Die Beliebtheit des Browsers wiederspiegelt sich auch in der Tatsache, dass die Safari-Beta seit ihrer Lancierung im Januar diesen Jahres doch bereits über zwei Millionen Mal heruntergeladen wurde. Aber trotzdem ist Safari nicht über alle Zweifel erhaben. So werden beispielsweise immer wieder Klagen laut, dass Safari nicht alle Internetseiten fehlerfrei darstellen kann, und auch bei der Druckkonformität soll es immer wieder Probleme geben. Diese und andere Lücken hofft Apple ausgemerzt zu haben, bis die Finalversion 1.0 voraussichtlich Ende diesen Jahres auf den Markt kommen wird.



Safari ist optimiert für Mac OS X ab Version 10.2 und läuft nicht unter früheren Mac-OS-Versionen. Mac-OS-9-User werden sich wohl oder übel nach Alternativen umsehen müssen. Aber davon gibt es mit Mozilla, Netscape, Chimera oder Opera glücklicherweise mehr als genug.



Die Entscheidung Microsofts (sollte sie sich wirklich bewahrheiten) stösst bei Apple nichtsdestotrotz auf Verständnis: "Es macht für Microsoft mehr Sinn, seine Ressourcen in die Entwicklung von Office-Produkten zu stecken", sagt Brustio. Neue Versionen von Office und Virtual PC sind denn auch bereits angekündigt. Wann diese erscheinen werden, ist aber noch nicht bekannt.



Übrigens: Selbst Microsoft Schweiz wurde von der Meldung überrumpelt und tat diese auf Anfrage "als unbestätigtes Gerücht" ab. Man darf gespannt sein.

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