Gegen den Client-Wildwuchs

Gegen den Client-Wildwuchs

26. April 2010 - Mit Desktop-Virtualisierung sorgt der Schweizer Vermögensverwalter Swisspartners für mehr Ordnung bei den Clients und für mehr Flexibilität für die Mitarbeiter.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/05
(Quelle: Vogel.de)

Schnelles Wachstum stellte die IT von Swisspartners Investment Network mit über 90 Mitarbeitern vor grosse Herausforderungen bei der Sicherung von Know-how und Ressourcen. Bereits 2007 lagerte der Schweizer Finanzdienstleister deshalb das Management der gesamten Infrastruktur aus. Mit der gleichzeitigen Einführung von Server-Virtualisierung im Rechenzentrum konnte im August 2007 das Handling und die Auslastung der IT-Systeme beträchtlich verbessert werden. Doch auch Client-seitig zeichnete sich der Bedarf nach einer neuen Lösung ab. So verfügten manche PC-Arbeitsplätze über ältere Hardware, und eine Standardkonfiguration wurde nicht konsequent umgesetzt. Dies machte den Unterhalt und Betrieb der Arbeitsplätze zu einer aufwendigen und kostspieligen Angelegenheit. «Uns war klar, dass etwas getan werden musste», erinnert sich Patrik Reichmuth, IT-Leiter bei Swisspartners.



Management vereinfachen

Im November 2008 schritt Swisspartners deshalb gemeinsam mit dem Chamer IT-Dienstleis-ter Itrust, der bereits für das Outsourcing und die Virtualisierung der Server-Systeme verantwortlich zeichnete, zur Tat. Auf die Evaluation anderer Dienstleister verzichtete Swisspartners. «Wir sahen keinen Grund, einen Partner auszuwechseln, mit dem die Zusammenarbeit sehr gut funktionierte», erklärt Reichmuth.


Die wesentlichen Ziele des gemeinsamen neuen Projekts: Der Wildwuchs in der Client-Landschaft sollte beendet, das Management der Desktops vereinfacht und damit die Betriebskosten gesenkt werden. Zudem wünschte sich Swisspartners mehr Flexibilität für seine Mitarbeiter. Diese sollten in den verschiedenen Niederlassungen oder auch auf Geschäftsreisen arbeiten können, als wären sie am gewohnten Arbeitsplatz. Aufgrund all dieser Anforderungen und der guten Erfahrungen mit der Technologie im Server-Bereich entschied sich Swisspartners gegen eine herkömmliche Client- und Software-Managementlösung und für die Virtualisierung seiner rund hundert Desktop-Arbeitsplätze auf Basis von VMware.

Bei der Client-Virtualisierung befindet sich die PC-Arbeitsumgebung nicht mehr auf der Harddisk im Rechner des Mitarbeiters, sondern auf den Servern im Rechenzentrum. Die Benutzer greifen mit Thin Clients – Kleincomputern mit grundlegendsten Funktionen, ohne lokale Massenspeicher – auf ihre virtuellen PCs zu. Dazu wurde zunächst ein virtueller Basis-PC mit all den Programmen erstellt, die jeder Mitarbeiter von Swisspartners benötigt. Dieses Grundset kann je nach Rolle des Benutzers mit bis zu 60 weiteren Programmen ergänzt werden. Die Berechtigung für eine Applikation erfolgt durch die Festlegung der Benutzerrolle im Active-Directory-Profil. Die so zusammengestellten und mit VMware Thinapp virtualisierten Software-Pakete werden mittels File- Sharing-Server an die berechtigten Benutzer verteilt. Die Definition der richtigen Programme erwies sich aber als aufwendiger als zunächst angenommen. Die fortlaufende Inventarisierung der individuellen Clients machte es bisweilen nötig, nachträglich Applikationen in die Liste aufzunehmen. Weil die Desktop-Virtualisierung VMware View auf der virtuellen Basisinfrastruktur der Server-Virtualisierung (ESX) aufbaut, konnte die bestehende Lösung erweitert werden. Sie wurde um drei zusätzliche HP-Proliant-DL380-Server mit 40 Gigabyte Arbeitsspeicher und je zwei Vier-Kern-Prozessoren ergänzt, die als hochredundanter Cluster ausgelegt sind. Jeder Host-Server kann bis zu 40 Client-Images bereitstellen.


Die Zentralisierung aller Datenspeicher machte aber auch eine Erneuerung und Erweiterung des Storage-Netzwerks im Rechenzentrum mit schnelleren Medien nötig. «Wir waren davon ausgegangen, dass die langsameren Speichermedien für die virtuellen PCs ausreichen würden», erläutert Reichmuth. «Die Leistung des SAN und die Geschwindigkeit des Speichermediums spielen aber eine grosse Rolle bei der Performance der virtuellen Clients.» Und für die Virtualisierung der Software mussten Business-Applikationen auf den aktuellen Release migriert werden. Diesen anfänglich nötigen Investitionen standen allerdings geringere Kosten für den einzelnen Arbeitsplatz gegenüber: die Thin Clients V10L von Wyse sind mit rund 500 Franken pro Stück deutlich günstiger als Desktop-Rechner, und auch die Lebensdauer ist mit bis zu acht Jahren beinahe doppelt so hoch.

 
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