Kurzbericht OpenExpo 2009 Bern – Don’t let the Past control the Future

Kurzbericht OpenExpo 2009 Bern – Don’t let the Past control the Future

22. Mai 2009 - Die Open Source Konferenz und Messe OpenExpo (www.openexpo.ch) und ihre Schwestermesse Topsoft fanden Anfang April zum sechsten mal gemeinsam statt. Verglichen mit der Austragung im
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/06

Die Open Source Konferenz und Messe OpenExpo (www.openexpo.ch) und ihre Schwestermesse Topsoft fanden Anfang April zum sechsten mal gemeinsam statt. Verglichen mit der Austragung im Vorjahr gingen die Besucherzahlen um rund 15 Prozent auf etwa 2‘500 zurück. Der wahrscheinlich durch die Wirtschaftslage begründete Rückgang wurde durch die starke Präsenz von Teilnehmern/-innen aus der öffentlichen Verwaltung nur teilweise kompensiert. Von den rund 50 Firmen- und Projektständen war durchwegs verhalten positives Echo zu vernehmen.


Der mit Unterstützung durch Strategieorgane von Bund und Kantonen durchgeführte Open Source E-Government Teil erfreut sich offensichtlich grosser Beliebtheit, die Teilnahme von Parlamentarier und Parlamentarierinnen werteten die OpenExpo Organisatoren sehr positiv. Regulatorische Themen wie Standards, Lizenzen, Open Source und Föderalismus, Softwarepatente und weitere politisch-ideologische Aspekte wurden denn auch rege diskutiert.

Mehrfach zitiert wurde dabei Barak Obama mit seinem Appell für Offenheit: „My Administration is committed to creating an unprecedented level of openness in Government. We will work together to ensure the public trust and establish a system of transparency, public participation, and collaboration. Openness will strengthen our democracy and promote efficiency and effectiveness in Government.“ Obamas Ankündigung eines nationalen Chief Technology Officer sowie diverse als Open Source freundlich auslegbare Statements verbreiten in der Branche spürbaren Enthusiasmus.



Highlights

• Die Podiumsdiskussion mit Vertretern der Konfliktparteien Microsoft, EU und IBM beleuchtete die unterschiedlichen Vorstellungen von „Offenheit“ in den verschiedenen Lagern, die alle mit hochrangigen Vertretern präsent waren. Heisse Eisen wie die Monopolklagen der EU gegen Microsoft oder IBMs langfristige Softwarepatentpolitik wurden angesprochen, neue Erkenntnisse lieferte das Panel hier jedoch kaum.


• Frau Dr. Kathy Riklin, Nationalrätin Kanton Zürich, leistete mit ihrem Referat „Zukunftsgerichtete Wirtschafts- und Bildungspolitik mit Open Source Software“ einen wichtigen Beitrag für das Verständnis des Parlaments für die zugrunde liegenden Problematiken ebenso wie die alles andere als nur technischen Möglichkeiten.

• Openmoko, Hersteller des offenen Linux-Smartphones „Freerunner“, hat die Smartphone-Entwicklung auf Eis gelegt. Der Geschäftsleiter des internationalen, von einem taiwanesischen Hardwarehersteller getragenen Unternehmens kündigte an der OpenExpo an, die Entwicklung sei zugunsten eines anderen, geheimen, Projekts offiziell eingestellt worden. Zudem kommt es zu einem umfangreichen Stellenabbau. Hier ist davon auszugehen, dass Google mit dem Linux-Derivat Android, ein Hauptthema der vorhergehenden OpenExpo, das Marktsegment der Linux-Handies bereits umfassend beherrscht.

• Mit PostFinance, Swisscom und Raiffeisen war insbesondere die Schweizer Anwenderseite gut vertreten. PostFinance, repräsentiert durch den CIO, demonstrierte die Vorteile von Linux im unternehmenskritischen Dauerbetrieb in zentralen Transaktionssystemen. Raiffeisen überraschte durch die Ankündigung, das eigene Intranet-Portalsystem namens Picok als Open Source zu veröffentlichen - für eine Schweizer Bank ein sicherlich mutiger Schritt.


• Bei den Projektständen war die grosse Dichte im Bereich E-Learning bemerkenswert, die grossen Learning Management Systeme waren ebenso vertreten wie etwa der „Safe Exam Browser“, eine Entwicklung für sichere Onlineprüfungen der ETH Zürich. Im Bereich E-Learning scheint Open Source kaum mehr wegzudenken.


• Aus dem breiten Spektrum von Firmenausstellern stach besonders SyGroup aus Basel hervor. SyGroup GmbH realisiert Infrastruktur Projekte mit Open Source, so etwa die umfassende und viel beachtete Migration von Microsoft Windows zu Linux im Kanton Solothurn. Es ist davon auszugehen, dass die noch weitgehend unbekannte SyGroup sich in weiteren öffentlichen Migrationsprojekten weiter einen Namen machen wird.

 
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