"Ich bin erfreut, wie weit wir gekommen sind"

"Ich bin erfreut, wie weit wir gekommen sind"

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/06
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9. Juni 2018 -  Vor zehn Jahren hat Luc Haldimann Swiss Made Software gegründet. Im Interview spricht er über seine Motivation, die Entwicklung des Labels und die Wünsche und Pläne, die er noch hat.
'Ich bin erfreut, wie weit wir gekommen sind'
"Das Ganze ist kein Selbstläufer, hinter Swiss Made Software steckt auch heute noch sehr viel Arbeit." Luc Haldimann, Gründer, Swiss Made Software (Quelle: Swiss Made Software)
"Swiss IT Magazine": Was war Ihr Antrieb, als Sie vor zehn Jahren das Label Swiss ­Made Software ins Leben gerufen haben?
Luc Haldimann: Ich war damals ganz neu mit meiner Firma Unblu am Markt, und habe nach einer Möglichkeit gesucht, die Schweizer Herkunft unserer Lösung auszuweisen – leider vergebens. Also habe ich mit Hilfe einiger Bekannten aus der Software-Branche selbst die Initiative ergriffen und Swiss Made Software initiiert. Das Label diente somit vorerst zum reinen Selbstzweck. Allerdings wollte ich – wenn ich schon ein Label ins Leben rufe – das auch richtig machen und es auch anderen zur Verfügung stellen.

Warum ist Swiss Made Software als Label konzipiert, nicht als Verband?
Unser Fokus liegt auf der Darstellung unserer Herkunft, auch wenn wir mit unseren Publikationen und Events auch viele Aktivitäten verfolgen, die über das Label hinausgehen und eher zu einem Verband passen würden. Kommt hinzu, dass es bereits genügend Verbände in der Schweizer ICT-Branche gibt, und wir als Label, das nicht einem Verband zugehörig ist, auch unsere Unabhängigkeit wahren können. Wir können mit unserem Label alle Anbieter erreichen, unabhängig davon, ob sie in einem Verband sind.

Haben Sie sich 2008 schon mit der Frage beschäftigt, wie Swiss Made Software 2018 aussehen könnte, und entspricht die heutige Realität in etwa diesem Bild?
Ich bin sehr erfreut darüber, wie weit wir gekommen sind – vor allem in den letzten paar Jahren. In der Anfangszeit musste ich die Erfahrung machen, dass der Weg weit und steinig ist. Es brauchte seine Zeit, bis die Schweiz als Software-Standort wahrgenommen wurde. Heute aber sind wir dort, wo ich einst hinwollte. Wir zählen inzwischen über 500 Träger, allein im letzten Jahr sind 100 neue dazugekommen. Wir versammeln mit diesen Trägern über 10’000 Mitarbeiter der ICT-Kernbranche, haben über 600 Produkte und Dienstleistungen deklariert. Und ich bin überzeugt, dass das Wachstum weitergeht, wir konnten auch 2018 schon wieder zahlreiche neue Träger gewinnen.
Wie erklären Sie sich das beschleunigte Wachstum in der jüngeren Vergangenheit?
In den ersten Jahren habe vor allem ich persönlich für das Label geweibelt. Über die Jahre haben wir aber unsere Strukturen professionalisiert, sind aktiver geworden mit gedruckten und digitalen Publikationen, Events und mehr. Entsprechend hat die Sichtbarkeit des Labels auch zugenommen. Ausserdem hat die Idee eines Schweizer Softwarelabels im Laufe der Zeit an Bedeutung gewonnen. Und nicht vergessen darf man, dass die Schweizer ICT-Branche gewachsen ist. Heute beschäftigt die ICT-Kernbranche 200’000 Leute, vor zehn Jahren waren es noch 100’000. Allerdings ist das Ganze kein Selbstläufer, hinter Swiss Made Software steckt auch heute noch sehr viel Arbeit. Erfreut bin ich darüber, dass unsere Träger sehr treu sind – wir verzeichnen nur sehr wenige Abgänge.

Gibt es auch Schweizer Softwarefirmen, die Sie gerne als Träger an Bord hätten, aber noch nicht gewinnen ­konnten?
Natürlich gibt es solche. Ich möchte jetzt nicht mit Namen um mich werfen, aber gerade grössere Anbieter wie Swisscom oder die Schweizerische Post, die im B2C-­Bereich tätig sind, würden wir gerne noch für uns gewinnen. Und ich bin überzeugt, dass wir das über kurz oder lang auch schaffen – wir werden die Gespräche diesbezüglich auch noch inten­sivieren.
 
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