Gesund führen und kooperieren auf Distanz

Gesund führen und kooperieren auf Distanz

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/06

Das Qualifizierungsprogramm für die Führungskräfte

Den Auftakt der Qualifizierungsinitiative bildeten im März 2020 vier zweitägige Veranstaltungen für jeweils etwa zehn Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei wurde den Führungskräften unter anderem vermittelt, dass sie bezüglich der Gesundheitsförderung in ihrem Bereich drei Funktionen haben:

1. Vorbild für ihre Mitarbeiter und Multiplikator eines gesundheitsfördernden Verhaltens,
2. «Kreatoren» eines gesundheitsfördernden Arbeitsklimas und
3. Ansprechpartner der Mitarbeiter bei Gesundheitsthemen sowie Mit-Gestalter der betrieblichen Rahmenbedingungen.

Am ersten Tag reflektierten die Führungskräfte ihren eigenen Gesundheitszustand und wie sich die fünf Ebenen der Gesundheit wechselseitig beeinflussen (siehe Grafik 1).

Danach folgten Kurz-­Workshops zu den verschiedenen Ebenen, in denen die Teilnehmer die für sie wichtigen Erkenntnisse notierten und hierauf aufbauend eine Gesundheitsstrategie für sich selbst formulierten – unter Berücksichtigung der Leiter der Verantwortung (Grafik 2).

So vorbereitet, erhielt jede Führungskraft ein etwa 45-minütiges Gesundheitscoaching und analysierte dabei anhand ihrer mitgebrachten, persönlichen Gesundheitsdaten mit einem Arzt ihre aktuelle Gesundheitssituation. Aufgrund der Ergebnisse ergänzte sie dann ihre jeweiligen Gesundheitsziele und -strategien.

Am zweiten Tag reflektierten die Führungskräfte Situationen, in denen sie selbst Führung erlebten. Dabei identifizierten sie Verhaltensweisen, die sie selbst als kränkend und krank machend empfanden oder die ihre Leistungsfähigkeit und -bereitschaft minderten. Danach erarbeiteten sie eigene Verhaltensmaximen für eine gesundheitsfördernde Führung.
Grafik 1: Die fünf Ebenen der Gesundheit (Quelle: Machwürth Team International GmbH)
Grafik 2: Die Leiter der Verantwortung. (Quelle: Machwürth Team International GmbH)


Corona macht Programmänderungen nötig

Ursprünglich sollte das gesamte Qualifizierungsprogramm in Form von Präsenzveranstaltungen stattfinden, was jedoch ab April 2020 coronabedingt nicht mehr möglich war. Deshalb erwog das Unternehmen kurzfristig, das Programm zu stoppen. Es entschied sich jedoch dagegen – unter anderem weil der Vorstand der Überzeugung war, dass er gerade jetzt ein Signal an seine Mitarbeiter senden müsse, das eine Anteilnahme an deren Wohlbefinden verdeutlicht.

Zudem erkannte der Vorstand die für das Programm glückliche Wahl des Aussendienstes, wo das Führen auf Distanz bereits geübte Praxis war. Denn aufgrund der coronabedingten, verstärkten Arbeit im Home Office standen plötzlich auch die meisten Führungskräfte im Innendienst vor der Herausforderung, Mitarbeiter aus der Ferne zu führen. Deshalb vermutete der Vorstand, dass diese Führungskräfte diesbezüglich von der Erfahrung ihrer Kollegen im Aussendienst profitieren können. Also entschied er, das Programm digital fortzuführen, und zwar so umgestaltet, dass es sowohl inhaltlich als auch methodisch-didaktisch den veränderten Rahmenbedingungen entsprach.

Folglich fanden im Spätsommer 2020 auch die eintägigen Reflexionsseminare mit den Teilnehmern der Auftaktveranstaltungen online statt. In ihnen reflektierten die Führungskräfte ihre Erfahrungen mit der eigenen Gesundheitsstrategie in den zurückliegenden Monaten. Ausserdem übten sie die Denk- und Handlungsweisen, die eine gesundheitsfördernde Führung auszeichnen, in konkreten Führungssituationen anzuwenden, um ihre diesbezügliche Kompetenz auszubauen.

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