Adieu Brief und Fax

Adieu Brief und Fax

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/03

Fehlendes EDI-Know-how oder enge Integration?

Wann auf die Plattform eines externen Dienstleisters zurückgegriffen werden sollte und wann eine eigene EDI-Lösung die richtige Wahl ist, lässt sich pauschal kaum beantworten. Möglich ist es aber, einige Tendenzen aufzuzeigen. So bietet es sich in der Regel an, einen externen Service zu nutzen, wenn das spezifische EDI-Wissen und die Betriebskompetenz im eigenen Unternehmen nicht vorhanden sind oder nicht aufgebaut werden können – etwa weil Ressourcen schon gebunden sind oder Mitarbeiter erst langfristig qualifiziert werden müssen. Sind erhebliche technische Aufwände zu erwarten – wie bei der Verwendung von Rechnungen mit elektronischen Signaturen – spricht das auch für den Zugriff auf die Plattform eines externen Dienstleisters. Eine eigene EDI-Lösung ist meist dann ein guter Entscheid, wenn die Integration der Geschäftspartner sehr eng sein oder wenn schnell und unkompliziert in den Datenaustausch eingegriffen werden muss – um zum Beispiel zu vermeiden, dass eine Produktionslinie aufgrund fehlender Bestallabrufe stillsteht.
Unternehmen, die sich heute mit der Einführung einer EDI-Lösung befassen, sollten auch künftige Entwicklungen in Blick nehmen. Drei Trends sind wahrscheinlich:
- Eine noch engere Zusammenarbeit von Geschäftspartnern und immer kürzere Lieferzeiten
- Eine immer globaler ausgerichtete Logistik, weshalb sich internationale Standards wie EDIFACT durchsetzen
- Die zunehmende Ersetzung von Branchenstandards durch branchenübergreifende Standards


Jakob Wössner ist Manager bei Mieschke Hofmann und Partner (MHP). Simon Zeiss ist Senior Manager und für die externe Partnerintegration in der Schweiz verantwortlich.

Elektronischer Datenaustausch (EDI)

Beim elektronischen Datenaustausch (Electronic Data Interchange, EDI) werden Geschäftsdokumente – also beispielsweise Rechnungen oder Lieferscheine – automatisiert zwischen dem IT-System eines Senders und dem IT-System eines Empfängers ausgetauscht. Im Gegensatz zu anderen Austauschverfahren wie Fax oder Brief bestehen dabei keine Medienbrüche. Die Informationen müssen daher nicht mehr manuell übertragen werden. Das reduziert zum einen den Aufwand und senkt zum anderen die Fehlerquote.
Den Austausch regeln EDI-Lösungen, die zwischen die Quell- und Ziel-Systeme geschaltet sind. Beim Transfer von Daten kommen unterschiedliche Übertragungswege (zum Beispiel E-Mail), unterschiedliche Nachrichtenstandards (zum Beispiel SWIFT oder EDIFACT) und unterschiedliche Übertragungsprotokolle (zum Beispiel X.400 als E-Mail-Standard oder OFTP) zum Einsatz.

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