Fibu-Software als Service für KMU

Fibu-Software als Service für KMU

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/11

Bedenken bezüglich Datensicherheit

Auch André Chappot, Product Manager bei BTS Business Technology & Services, weiss über die Vorteile von SaaS-Lösungen Bescheid: «Gewisse Kunden ziehen eine SaaS-Lösung vor, um sich nicht um Speicherung oder Software-Updates kümmern zu müssen.» Der Produkt-Manager kennt aber auch die Bedenken der Kunden, die sich primär um die Datensicherheit drehen – «obwohl die besten Sicherheits- und Verschlüsselungsmassnahmen vorhanden sind», so Chappot. Auch Kalberer von Proffix kennt diese Sorge: «Vielfach haben Kunden Bedenken, ob ihre Daten ‹im Internet› auch sicher sind. Mit dem Hinweis, dass die häufigste Ursache für Datenverlust und Systemausfälle meistens bei den eigenen Mitarbeitern liegt und dass Server von professionellen SaaS-Anbietern sich in einem geschützten Bereich befinden, können die anfänglichen Bedenken ausgeräumt werden.» Auch Gerhard Weber, CEO von Datura, und Kunz von Solvaxis kennen die Sicherheitsbedenken der Unternehmen bezüglich der Daten. Weber betont aber: «Die Daten sind in der Regel im professionellen RZ-Betrieb besser aufgehoben als im oft nicht professionellen KMU-Umfeld.» Keine Bedenken kennt derweil Thomas Brändle, Geschäftsführer von Run my Accounts, der zu Protokoll gibt: «Unsere Kunden sind sich den Umgang mit Web-Apps gewohnt und wollen nichts anderes.»
Ein weiterer Nachteil, der sich mit einer Fibu aus der Cloud ergeben könnte, ist laut Kalberer von Proffix die Abhängigkeit von der Internet-Verfügbarkeit sowie vom SaaS-Anbieter. Dieser Abhängigkeit vom Anbieter ist sich auch Dufaux von Profinance.ch bewusst. Er rät den Kunden daher, sich abzusichern, damit sie auch im Notfall Zugang zu ihren Daten haben. Und Hagmann von Shakehands Software fasst zusammen: «Die Cloud hat eine grössere Abhängigkeit, braucht ein Netzwerk und grösseres Vertrauen in die Umgebung.»

Vertrauen als ausschlaggebendes Kriterium

Dieses Vertrauen sollte denn laut Kalberer von Proffix auch bei der Wahl eines geeigneten Online-Fibu-Anbieters eine Rolle spielen: «Da es sich um vertrauliche Daten handelt, muss ein Anbieter gefunden werden, der vertrauenserweckend ist.» Auch Chappot von BTS Business Technology & Services empfiehlt KMU bei der Entscheidung für oder gegen einen Anbieter dessen Ruf, sowie die Marktpräsenz und die Anzahl Jahre im Markt sowie die Anzahl der Installationen zu berücksichtigen. Weitere Aspekte, die Sévérine Affolter von Topal Solutions hervorhebt, sind die Art und Weise, wie der Zugriff auf die Daten gewährleistet wird und wie das Handling der Lösung ist. Ebenfalls wichtig sind für die Geschäftsführerin die Möglichkeiten, welche die weiteren im Betrieb eingesetzten Software-Lösungen bieten: «Insbesondere sollte es möglich sein, die Auftragslösung so anzubinden, dass die Schnittstellen zur Fibu-Lösung reibungslos funktionieren.» Kohler von Vemag Computer plädiert indes für ein Daten-Hosting in der Schweiz. Ebenso sollten Unternehmen seiner Meinung nach abklären, ob es einen Hotline-Support gibt und was mit den Daten des Unternehmens geschieht, wenn man den Vertrag kündigt. Auch Erismann von Buspro betont, dass man wissen sollte, wo die eigenen Daten liegen und wer darauf Zugriff hat. Des weiteren identifiziert er nebst der Zuverlässigkeit, der Sicherheit und dem Datenschutz klassische Auswahlkriterien wie Bedienerfreundlichkeit, Effizienz und Funktionalität sowie die Anpassbarkeit an firmenindividuelle Abläufe. Kunz von Solvaxis Online rät indes: «In unseren Augen ganz wichtig ist, dass der Hersteller tiefgreifende Kenntnisse des lokalen Marktes und der Gesetzgebung hat.»
Köberl von Abacus plädiert derweil dafür, sich die Option offen zu lassen, eine online genutzte Fibu durch weitere Module wie zum Beispiel eine Lohn-Software oder eine Fakturierung erweitern zu können. «Zudem sollte auch die Möglichkeit gegeben sein, von einer Cloud-Lösung auf eine im Unternehmen installierte Lösungen wechseln zu können, falls das Unternehmen entscheidet, Software und Daten wieder inhouse zu führen», ergänzt er.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER